Fremdenfeindlichkeit in Frankreich Anti-islamische Schweinefleisch-Party empört Opposition

Die Einladung zu einer anti-islamischen Schweinefleisch-Party sorgt in Frankreich für Empörung. Die Opposition kritisiert nicht nur die Organisatoren, einer davon ein rechtsextremer Lokalpolitiker. Sie gibt Präsident Sarkozy wegen seiner zuletzt populistischen Rhetorik eine Mitschuld an solchen Ideen.

Präsident Sarkozy: Er greift verstärkt Themen wie Einwanderung und Kriminalität auf
dpa

Präsident Sarkozy: Er greift verstärkt Themen wie Einwanderung und Kriminalität auf


Hamburg/Paris - Die Organisatoren luden über Facebook zu einem öffentlichen Treffen in Orléans mit viel Schweinefleisch und Alkohol, "um sicher zu sein, dass wir unter Freunden bleiben" - so berichtet es die französische Zeitung "Libération". Die Einladung zu einer anti-islamischen Schweinefleisch-Party sorgt nun in Frankreich für Aufregung.

Einer der beiden sei ein Lokalpolitiker einer rechtsextremen Gruppierung, schreibt die Zeitung, der andere gehöre der Zentrumspartei NC an, die sich umgehend davon distanzierte. Ob und wann das Treffen tatsächlich stattfindet, war zunächst unklar.

Die Opposition bezeichnete die Aktion als eine logische Folge der Rechtswende des französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy. "Wenn Sarkozy die Ideen der Front National imitiert, ist es kein Wunder, wenn manche Anhänger des rechten Lagers Methoden der Rechtsextremen kopieren", sagte Mehdi Ouraoui, Nationalsekretär der linken PS-Partei. Sarkozy hatte in den vergangenen Tagen verstärkt Themen wie Einwanderung, Kriminalität und öffentliche Sicherheit aufgegriffen.

Ein ähnlicher Plan, ein anti-islamisches Straßenfest mit Alkohol und Schweinefleisch in einem islamisch geprägten Viertel von Paris zu organisieren, war vor einigen Wochen verboten worden.

flo/dpa



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