Freundschaftspflege Haider war erneut im Irak

Der österreichische Rechtspopulist Jörg Haider hat erneut mit einer demonstrativen Freundschaftsbekundung für den Irak Empörung hervorgerufen. Ein Besuch am Wochenende war zwar als rein privat deklariert, unter den Gesprächspartnern befand sich jedoch auch der irakische Außenminister.


Haider mit den irakischen Kindern und deren Begleitern nach der Ankunft in Österreich
AFP

Haider mit den irakischen Kindern und deren Begleitern nach der Ankunft in Österreich

Wien - Nach Angaben seines Sprechers Karlheintz Petritz kehrte Haider am Montag von der als privat bezeichneten Reise zurück. Mit dem Kärntner Landeshauptmann seien zwei krebskranke irakische Kinder gekommen, die in Österreich behandelt werden sollten. Haider traf im Irak auch den irakischen Außenminister Nadschi Sabri. Wie es hieß, plant Haider für die kommenden Wochen weitere Reisen iin den Irak.

Die zweite Irak-Reise Haiders sei von der Irakisch-österreichischen Freundschaftsgesellschaft organisiert worden, berichtete Haiders Sprecher. Er sei mit Sabri zu längeren Besprechungen zusammengetroffen. Das irakische Außenministerium erklärte, beide hätten über die Leiden der Zivilbevölkerung gesprochen, die das "ungerechte" Embargo ausgelöst habe. Der FPÖ-Politiker habe "totale Sympathie" geäußert.

Bei seinem ersten Irak-Besuch im Februar hatte Haider sich im Namen Österreichs mit dem Irak solidarisch erklärt und eine Aufhebung der Uno-Sanktionen verlangt. Auf Kritik aus dem In- und Ausland erwiderte der FPÖ-Politiker, dass er auf einer privaten humanitären Mission unterwegs gewesen sei, um kuweitische Gefangene im Irak zu befreien.

Auch dieses Mal erwartete Haider in seiner Heimat wieder heftige Kritik. Außenministerin Benita Ferrero-Waldner gab zu bedenken, dass es auch in Österreich genug Krebspatienten gebe, die medizinischer Hilfe bedürften. Und im Bundesland Kärnten machte Georg Wurmitzer, der Parteichef der Kärntner Volkspartei, klar, dass seine Partei entschieden gegen eine Freundschaft mit Ländern sei, die den Terrorismus tolerierten.

Eine medizinische Untersuchung der beiden Kinder, die Haider mitgebracht hatte, ergab, dass ihre Tumore gutartig sind. Ein Arzt, der Haider in den Irak begleitet hatte, wies allerdings darauf hin, dass auch gutartige Tumore zu Problemen führen könnten.



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