Friedensberatungen für Syrien Assad schickt Minister nach Moskau

Die syrische Regierung will offenbar mit Russland über Pläne beraten, wie der Bürgerkrieg in dem Land beendet werden könnte. Ein Vertreter der Assad-Regierung soll dafür nach Moskau geflogen sein - Russland unterstützt bislang das Regime, schickte kürzlich aber auch eine Warnung an Damaskus.
Assad (l.) mit russischem Außenminister Lawrow im Februar 2012: Neue Beratungen?

Assad (l.) mit russischem Außenminister Lawrow im Februar 2012: Neue Beratungen?

Foto: DPA

Beirut - Es könnte ein neuer diplomatischer Schritt im Bemühen um ein Ende im Syrien-Konflikt sein: Die syrische Regierung will Kreisen zufolge mit Russland über Friedenspläne für das vom Bürgerkrieg erschütterte Land beraten. Präsident Baschar al-Assad habe dafür am Mittwoch seinen Vize-Außenminister Faisal Makdad nach Moskau geschickt, sagte ein Vertreter syrischer Sicherheitskreise.

Im Moskauer Außenministerium hieß es, Makdad werde am Donnerstag mit Ressortchef Sergej Lawrow und dem russischen Sondergesandten für den Nahen Osten, Michail Bogdanow, zusammenkommen. Der syrische Vertreter wollte sich nicht dazu äußern, ob ein konkreter Friedensplan geschmiedet wird. Aus Syrien-nahen Kreisen im Libanon verlautete aber, der Vize-Außenminister solle in Moskau Rat zu einer möglichen Friedensvereinbarung einholen.

Makdad solle über Assads jüngste Unterredung mit dem Uno-Sondergesandten Lakhdar Brahimi sprechen, hieß es von syrischer Seite. Brahimi war am Montag mit Assad zusammengetroffen. Brahimi hatte dabei nach eigenen Angaben dargelegt, wie der seit 21 Monaten andauernde Konflikt zwischen Aufständischen und Regierung aus seiner Sicht beigelegt werden könne. Zu konkreten Friedensplänen hielt sich Brahimi bedeckt. "Die Lage in Syrien ist noch immer besorgniserregend und wir hoffen, dass alle Parteien eine Lösung anstreben, die das syrische Volk so sehnlich wünscht", sagte er nach dem Treffen.

Russland hat Assad bisher diplomatisch und militärisch unterstützt. Erst kürzlich erhielt das Regime in Damaskus zwei Schiffsladungen mit dringend benötigtem Kraftstoff aus Russland. Bogdanow selbst hatte allerdings Mitte Dezember eine Niederlage Assads für möglich erklärt.Und Moskau schickte an Heiligabend eine deutliche Warnung an Damaskus: Der Einsatz von Chemiewaffen gegen die syrische Opposition würde einem "politischen Selbstmord" des Regimes um Präsident Assad gleichkommen, erklärte der russische Außenminister Sergej Lawrow.

Die Kämpfe zwischen Rebellen und Regierungstruppen gehen in Syrien unvermindert weiter. In der nordsyrischen Provinz Raqqa wurden am Mittwoch mindestens 20 Menschen durch Artilleriebeschuss der Assad-Armee getötet, darunter acht Kinder. In der Nacht kamen im Palästinenser-Flüchtlingslager Jarmuk nahe der syrischen Hauptstadt Damaskus bei Kämpfen zwischen Rebellen und Anhängern des regierungstreuen palästinensischen Volkskomitees mehrere Menschen ums Leben. Dies berichtete die oppositionsnahe Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte.

Insgesamt kamen bei den Kämpfen in Syrien seit März 2011 demnach mehr als 45.000 Menschen ums Leben. Mehr als 31.500 davon seien Zivilisten gewesen, in den Reihen der Soldaten soll es mehr als 11.200 Tote gegeben haben.

lgr/Reuters
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