Friedensgespräche Olmert will direkt mit Assad verhandeln

Israel setzt bei den Friedensbemühungen mit Syrien auf ein direktes Treffen von Ministerpräsident Olmert mit Syriens Präsident Assad: Die israelische Delegation wolle einen entsprechenden Vorschlag unterbreiten, hieß es in israelischen Regierungskreisen.


Jerusalem - Israel hat bereits eine Terminidee: Am 13. Juli könnten sich Israels Ministerpräsident Ehud Olmert und Syriens Präsident Baschar al-Assad am Rande des Gipfeltreffens der EU und anderer Mittelmeer-Anrainer in Paris treffen - einen solchen Vorschlag werde die israelische Delegation bei den derzeit unter türkischer Vermittlung laufenden Gesprächen unterbreiten, verlautete am Montag aus israelischen Kreisen. Es gehe nicht um ein stundenlanges Treffen, hieß es in den Kreisen weiter. Auch ein kurzer direkter Kontakt beider Politiker könne die Dinge voranbringen.

Die letzten direkten Gespräche im Jahr 2000 scheiterten an der syrischen Forderung nach einer vollständigen Rückgabe der von Israel 1967 besetzten Golan-Höhen.

Der israelische Präsident Schimon Peres hatte Syrien am Sonntag aufgerufen, direkte Verhandlungen aufzunehmen und dabei an den Besuch des ägyptischen Präsidenten Anwar al-Sadat in Israel im November 1977 erinnert. Olmert erklärte unterdessen in einem Gespräch mit dem Gouverneur des US-Bundesstaats New Mexico, Bill Richardson, die Strecke bis zu einer Einigung sei noch lang. Verhandlungen mit Syrien seien notwendig. Das heiße aber nicht, dass Israel bereit sei, "alles aufzugeben".

Die israelische Delegation setze jedoch nicht allzu große Hoffnungen auf das Zustandekommen eines Friedensvertrages zum jetzigen Zeitpunkt, hieß es in israelischen Regierungskreisen weiter. "Assad braucht zunächst etwas Konkretes in der Hand." In der Frage der Rückgabe der Golan-Höhen hat sich Olmert in der Vergangenheit nur vage geäußert und lediglich von schwierigen Zugeständnissen gesprochen, die für einen Frieden mit Syrien nötig sein könnten. Israel verlangt von Syrien zudem, auf Distanz zu Iran zu gehen und nicht länger militante Palästinenser und Libanesen zu unterstützen. Diese Bedingung wird von Syrien abgelehnt.

Israel und Syrien befinden sich seit 1948 offiziell im Kriegszustand. Friedensgespräche über die Zukunft der Golan-Höhen waren im Jahr 2000 gescheitert.

hen/Reuters/AFP



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