Friedensgespräche Pakistan ruft Taliban zu Verhandlungen mit Kabul auf

Appell von Pakistans Ministerpräsident Gilani: Er hat erstmals offiziell die Taliban und andere militante Gruppen zu Verhandlungen mit der afghanischen Regierung aufgefordert. Die Unterstützung aus Islamabad gilt als entscheidend für den Erfolg der Friedensgespräche.


Islamabad - Es ist der erste offizielle Aufruf der pakistanischen Regierung, mit dem die Friedensverhandlungen im Nachbarland Afghanistan unterstützt werden. Der pakistanische Ministerpräsident Yousuf Raza Gilani hat die Taliban und andere militante Gruppierungen zur Teilnahme an Friedensverhandlungen mit der afghanischen Regierung aufgefordert.

Die Unterstützung von Friedensgesprächen durch die Regierung in Islamabad gilt wegen ihrer engen historischen Beziehungen zu den Taliban als entscheidend. Ein Großteil der Führung der Taliban wird in Pakistan vermutet. Kabul erhofft sich von der Hilfe des Nachbarlandes Zugang zu den Führern des Terrornetzwerks.

Die hatten bisher erklärt, sie wollten nicht mit der afghanischen Regierung, sondern mit den US-Amerikanern verhandeln. Gilani sagte, sein Land sei bereit, alles zu tun, was nötig sei für den Aussöhungsprozess in Afghanistan.

Unterdessen gab es wieder einen Anschlag auf die Sicherheitskräfte in Pakistan - dieses Mal auf eine große Polizeiwache in Peshawar. Bei dem Anschlag wurden vier Polizisten getötet und mindestens vier weitere verletzt. Drei mit Sturmgewehren und Granaten bewaffnete Selbstmordattentäter seien am Morgen in die Station eingedrungen, sagte Polizeichef Imtiaz Altaf. Als die Beamten das Feuer erwidert hätten, sprengten sich die Angreifer in die Luft. Zum Zeitpunkt des Attentats waren nach Behördenangaben mehr als 370 Polizisten auf der Wache.

Die Behörden vermuteten hinter dem Anschlag eine Vergeltungsaktion der pakistanischen Taliban für militärische Offensiven in der Region.

heb/AP/dapd/Reuters

insgesamt 3 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
basti313 24.02.2012
1. Angriffskrieg?
Zitat von sysopAppell von Pakistans Ministerpräsident Gilani: Er hat erstmals offiziell die Taliban und andere militante Gruppen zu Verhandlungen mit der afghanischen Regierung aufgefordert. Die Unterstützung aus Islamabad gilt als entscheidend für den Erfolg der Friedensgespräche. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,817333,00.html
Interessant ist, dass der Angriffskrieg der pakistanischen Taliban in der westlichen Welt oft weniger verurteilt wird als der der Angriffskrieg der USA im Irak. Auf der anderen Seite kann man den Afghanen auch nicht helfen, sie wollen sich ja jetzt wieder selber der mordenden Horde der Taliban stellen...mir tun die afghanischen Frauen leid.
derfflinger 24.02.2012
2. Zensur?
Zitat von sysopAppell von Pakistans Ministerpräsident Gilani: Er hat erstmals offiziell die Taliban und andere militante Gruppen zu Verhandlungen mit der afghanischen Regierung aufgefordert. Die Unterstützung aus Islamabad gilt als entscheidend für den Erfolg der Friedensgespräche. http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,817333,00.html
Werte SPON - Redaktion, darf ich davon ausgehen, dass Sie alle Foren zur Koran-Verbrennung in Afg. geschlossen haben, um die o.g. Friedensgespräche nicht zu gefährden? Oder hat es einen anderen Grund, aus dem Sie die Meinungsäusserung zu den Vorgängen in Afg. unterdrücken? UAwG D
heidehans 25.02.2012
3. Raus da!!!
Zitat von basti313Interessant ist, dass der Angriffskrieg der pakistanischen Taliban in der westlichen Welt oft weniger verurteilt wird als der der Angriffskrieg der USA im Irak. Auf der anderen Seite kann man den Afghanen auch nicht helfen, sie wollen sich ja jetzt wieder selber der mordenden Horde der Taliban stellen...mir tun die afghanischen Frauen leid.
Was wollen wir in Afghanistan ?? Dieses Land ist doch überhaupt nicht zu zivilisieren. Die Frauen tun mir auch leid. Aber das kann letztlich kein Grund sein, unsere Jungens dort einem sinnlosen Krieg zu opfern. Es ist Quatsch zu sagen, die Sicherheit Deutschlands werde am Hindukusch verteidigt (Struck). Der internationale Terrorismus hat sich längst dezentralisiert. In Afghanistan kämpfen unsere Soldaten längst gegen einen nationalen Widerstand.(Das war schon der Fehler in Vietnam- auch Ho-chi min war mehr Nazionalist als Kommunist). Wir verteidigen unsere Werte dort? Welche? Die Werte der amerikanischen Todesschwadronen? Wenn sie die Türen eintreten und hineinballern? Wir helfen beim zivilen Aufbau? Hat mal jemand verglichen, welche Summen "Entwicklungshilfe" im Vergleich zu den Kosten des militärischen Einsatzes ausgegeben werden? Krümel!! Wir kämpfen dort, um die Rückkehr der Taliban zu verhindern? Wir sollten schnellstens mit ihnen verhandeln um einen halbegs ehrenvollen Abzug zu erreichen. Und wenn es ein Abzug wie damals der Amerikaner aus Vietnam ist. Was geht uns dieses Land am anderen Ende der Weln an??
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.