Reaktionen auf Friedensnobelpreis-Vergabe "Sie stehen für den Schrei nach Menschlichkeit"

Die Auszeichnung sei "mehr als verdient", die Preisträger "inspirierend und ermutigend", "Stimme und helfende Hand zugleich" - Reaktionen auf die Verleihung des Friedensnobelpreises an Denis Mukwege und Nadia Murad.
Mukwege, Murad

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Foto: JOEL SAGET/ AFP

Der Friedensnobelpreis 2018 geht an zwei Kämpfer gegen den Einsatz sexueller Gewalt als Waffe im Krieg: den kongolesischen Arzt Denis Mukwege und die irakische Menschenrechtsaktivistin Nadia Murad. Die beiden Menschenrechtler hätten sich in herausragender Weise gegen solche Kriegsverbrechen eingesetzt, begründete das norwegische Nobelkomitee in Oslo die Entscheidung.

Mukwege habe sein Leben der Verteidigung von Opfern sexueller Gewalt gewidmet, Murad als Zeugin vom Missbrauch gegen sich selbst und andere berichtet. "Jeder von ihnen hat auf seine Weise dazu beigetragen, sexuelle Gewalt im Krieg besser sichtbar zu machen, sodass die Täter zur Rechenschaft gezogen werden können", sagte das Komitee.

Video vom Dezember 2015: Nadia Murad schildert vor dem Uno-Sicherheitsrat ihr Martyrium in IS-Gefangenschaft

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Die Bundesregierung begrüßte die Vergabe des Preises an Mukwege und Murad: "Es sind zwei großartige Preisträger, die beide für sich für den Schrei nach Menschlichkeit stehen inmitten unvorstellbarer Grausamkeiten, die Menschen anderen Menschen antun", sagte Regierungssprecher Steffen Seibert.

Seibert erinnerte an ein Gespräch, das Bundeskanzlerin Angela Merkel mit Murad 2016 im Bundeskanzleramt führte und dankte der Aktivisten für ihren Einsatz: "Wir alle schulden ihr Dank, dass sie das tut und dass sie damit Aufmerksamkeit für Menschen schafft, deren Stimme sonst nicht gehört würde." Dies gelte auch für den Arzt Mukwege, der sich den Opfern sexualisierter Gewalt annehme und mit dazu beitrage, dass Täter vor Gericht gestellt würden.

Bundesaußenminister Heiko Maas schrieb auf Twitter: "Meinen herzlichen Glückwunsch und tiefempfundenen Dank, Denis Mukwege und Nadia Murad! Ihr Kampf gegen sexuelle Gewalt gegen Frauen verdient nicht nur den Friedensnobelpreis, sondern unser aller Unterstützung. In Deutschland und in der ganzen Welt."

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Das Engagement der Nobelpreisträger sei "wichtig, inspirierend und ermutigend", twitterte Bundesjustizministerin Katarina Barley. "Sie sind Stimme und helfende Hand zugleich."

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Omid Nouripour, außenpolitischer Sprecher der Grünen-Fraktion im Bundestag, gratulierte den beiden Preisträgern auf Twitter: "Herzliche Glückwünsche an Nadia Murad und Denis Mukwege zur höchsten Auszeichnung der Welt. So verdient."

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Der FDP-Bundestagsabgeordnete Alexander Graf Lambsdorff nannte die Auszeichnung "mehr als verdient". Schön sei, dass beide bereits Sacharow-Preisträger des Europaparlaments gewesen seien. Ihre Reden hätten alle Abgeordneten "tief berührt und beeindruckt".

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Sevim Dagdelen, stellvertretende Vorsitzende der Linksfraktion im Bundestag, begrüßte die Entscheidung ebenfalls: "Sie sind mutige Menschen und große Vorbilder im Kampf für Gerechtigkeit und Frieden. Beide haben diese wichtige Auszeichnung mehr als verdient."

Die kongolesische Regierung reagierte sowohl mit Lob als auch mit Kritik auf die Ehrung Mukweges. Dieser habe bemerkenswerte Arbeit geleistet, sagte Sprecher Lambert Mende der Nachrichtenagentur AP. Auch wenn "wir nicht immer einer Meinung waren" und Mukwege dazu neige, seine humanitäre Arbeit zu "politisieren", freue sich die Regierung über die Ehrung eines Landsmanns. Mukwege hatte die Regierung in der Vergangenheit kritisiert und ihren Truppen vorgeworfen, sexuelle Gewalt auszuüben.

Iraks Präsident Barham Saleh nannte die Auszeichnung Murads eine "Ehre für alle Iraker, die gegen Terrorismus und Fanatismus gekämpft haben". Die Auszeichnung sei eine "Anerkennung der tragischen Not" der Jesiden und von Murads "Mut zur Verteidigung der Menschenrechte der Opfer von Terror und sexueller Gewalt."

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Spitzenvertreter der EU würdigten die Preisträger ebenfalls. "Dem Mut, der Leidenschaft und der Menschlichkeit, die die beiden in ihrem täglichen Kampf demonstrieren, gehört mein allergrößter Respekt", sagte EU-Ratspräsident Donald Tusk. Die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini sagte, die Auszeichnung ehre einen Mann und eine Frau, die ihre eigenen Leben riskierten hätten, um andere zu schützen.

Auch "Brot für die Welt", das Hilfswerk der evangelischen Kirche gratulierte: "Gratulation! Unser langjähriger Partner Denis Mukwege erhält den Friedensnobelpreis 2018! Unermüdlich setzt sich der Gynäkologe für Frauen ein, die in der DR Kongo Opfer sexueller Gewalt wurden. Wir gratulieren auch Nadia Murad!"

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Die Vergabe sei eine wohlverdiente und lang erwartete Würdigung des Kampfes gegen sexuelle Gewalt im Krieg, twitterte der Geschäftsführer der Menschenrechtsorganisation "Human Rights Watch", Kenneth Roth.

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asa/dpa/Reuters/AP/AFP
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