Friedensnobelpreis Preisübergabe an Annan und die Uno

Der Uno-Generalsekretär Kofi Annan hat in Oslo den Friedensnobelpreis überreicht bekommen. Die Auszeichnung ging auch an die Vereinten Nationen.


Oslo: Berge (l.) überreicht Annan den Friedensnobelpreis
REUTERS

Oslo: Berge (l.) überreicht Annan den Friedensnobelpreis

Oslo - Das norwegische Nobelkomitee hatte die Auszeichnung im Oktober je zur Hälfte dem 63-jährigen Diplomaten aus Ghana und die Uno als Organisation vergeben. In der Begründung hieß es, Annan und die Uno hätten einen zentralen Beitrag für eine bessere und friedlichere Welt geleistet. Der Preis ist mit zehn Millionen schwedischen Kronen (zwei Millionen Mark/eine Million Euro) dotiert.

Der Chef des Nobelkomitees, Gunnar Berge, sagte zur Vergabe des Preises: "Niemand hat mehr für die Wiederbelebung der Uno geleistet als Kofi Annan." Mit der Entscheidung für die Weltorganisation und ihren Generalsekretär habe das Komitee zum 100. Nobeljubiläum die "durchgehende Linie" in der Geschichte des Preises mit der Hoffnung auf eine "besser organisierte und und friedlichere Welt hervorheben wollen".

Annan selbst forderte in seiner Ansprache Hilfe für die verarmte Mehrheit der Menschheit als unerlässliche Voraussetzung für die globale Durchsetzung der Menschenrechte. Er nehme die Auszeichnung mit "großer Demut" an und verwies als Vorbild im Amt auf den posthum mit dem Friedensnobelpreis für 1960 ausgezeichneten schwedischen UN-Generalsekretär Dag Hammarskjöld. Am selben Tag habe der südafrikanische Befreiungskämpfer Albert Luthuli als erster Afrikaner den Preis 1961 zuerkannt bekommen. "Diese beiden Männer haben für mich einen Standard gesetzt, dem ich in meinem gesamten beruflichen Leben nachzueifern versucht habe", sagte Annan weiter.

Für die Vereinten Nationen nahm der südkoreanische Außenminister Han Seung Soo als amtierender Präsident der Uno-Generalversammlung den Preis zusammen mit Annan entgegen. Als Zuhörer nahmen 25 bisherige Träger des Friedensnobelpreises teil, unter ihnen der polnische Ex-Präsident Lech Walesa (Preis 1983), der südafrikanische Bischof Desmond Tutu (1984), der US-Publizist Elie Wiesel (1986), der tibetische Dalai Lama (1989) und die nordirischen Preisträger Mariead Corrigan (1976), John Hume und David Trimble (1998).

Im Vorjahr war die Auszeichnung an den südkoreanischen Präsidenten Kim Dae Jung gegangen. Bisher letzter deutscher Preisträger war 1971 der damalige Bundeskanzler Willy Brandt, der für seine Ostpolitik ausgezeichnet worden war.



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