Infografik der Woche Wo die Welt heute friedlicher ist

Der Friedensnobelpreisträger 2016 steht fest - doch in welchen Ländern haben Konflikte seit 2010 abgenommen, wo sind sie stärker geworden? Die Infografik der Woche zeigt die größten Veränderungen auf einen Blick.


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Die Welt ist in den vergangenen Jahren keine bessere geworden, sondern im Gegenteil konfliktreicher. Insbesondere gilt das für die ohnehin schon von Kriegen und Instabilität betroffenen Regionen. Das war das ernüchternde Ergebnis des jüngsten Global Peace Index, der jährlich den Frieden in rund 160 Staaten weltweit untersucht. Hinter der Analyse steckt das Institute for Economics and Peace, eine australische Non-Profit-Organisation.

Doch nicht in allen Staaten entspricht die Entwicklung dem globalen Trend. Vergleicht man die Ergebnisse über einen längeren Zeitraum seit 2010, verbesserte sich die Lage am deutlichsten in Georgien, Sri Lanka, Bhutan, im Tschad und in Dänemark. Die Infografik der Woche von Statista und SPIEGEL ONLINE zeigt, in welchen Staaten sich die Lage am stärksten verändert hat.

Dass gerade Dänemark in diesem Ranking auftaucht, mag auf den ersten Blick überraschen. Schließlich befand sich das Land auch 2010 in einem durchaus friedvollen, stabilen Zustand. Jedoch erreichten 14 Staaten ein besseres Ergebnis als Dänemark. Ein Grund dafür war die Teilnahme an der Internationalen Sicherheits- und Unterstützungsmission Isaf im stark umkämpften Süden Afghanistans. Zudem waren auch dänische Soldaten im Irak im Einsatz. Heute steht Dänemark auf Rang 2 des internationalen Vergleichs, konnte seinen Indexwert also um 18 Prozent verbessern.

Der Friedensindex berücksichtigt nicht nur die Teilnahme an kriegerischen Auseinandersetzungen, sondern insgesamt 23 Indikatoren aus drei Kategorien: andauernde interne und internationale Konflikte, gesellschaftlicher Schutz und Sicherheit und der Grad der Militarisierung. Unter den Indikatoren ist beispielsweise die Anzahl der Angestellten bei Sicherheitsbehörden, die Mord- und Gefängnisrate, der Zugang zu Waffen, Militärausgaben und Waffenexporte.

Am schlechtesten schneiden dabei Länder ab, in denen gewaltsame Konflikte offen ausgetragen werden. Am deutlichsten hat sich die Lage seit 2010 dort verändert, wo in diesem Zeitraum Bürgerkrieg herrschte - in Libyen, Syrien und der Ukraine. Ein Sonderfall in der Auswertung ist der Südsudan, der erst 2011 zu einem eigenständigen Staat wurde. Im Global Peace Index taucht er indes auch für 2010 auf. Vorher galt er bereits seit 2005 als autonome Region.


Mehr Infografiken der Woche finden Sie auf der Themenseite.

loe/che



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