Greenpeace-Aktivisten Friedensnobelpreisträger bitten Putin um Gnade

Mehrere Friedensnobelpreisträger haben Wladimir Putin um Milde für die 28 in Russland inhaftierten Greenpeace-Aktivisten gebeten. Der russische Präsident solle die "übertriebenen" Piraterie-Anklagen fallen lassen.

Einer von 28 verhafteten Greenpeace-Aktivisten Cristian D'Alessandro
DPA/Greenpeace

Einer von 28 verhafteten Greenpeace-Aktivisten Cristian D'Alessandro


Hamburg - Elf Friedensnobelpreisträger haben Kremlchef Wladimir Putin in einem offenen Brief um Unterstützung für die 28 im nordrussischen Murmansk inhaftierten Greenpeace-Aktivisten und zwei Reporter gebeten.

Die elf Unterzeichner, wie etwa der südafrikanische Erzbischof Desmond Tutu und die iranische Menschenrechtlerin Schirin Ebadi, forderten Putin auf, alles zu tun, damit die "übertriebenen" Piraterie-Anklagen fallengelassen würden, wie Greenpeace am Donnerstag mitteilte. Jegliche Vorwürfe müssten "im Einklang stehen mit internationalem und russischem Recht".

Die Aktivisten und Reporter sitzen seit fast einem Monat in Untersuchungshaft, nachdem sie Mitte September an einer russischen Plattform gegen Ölbohrungen in der Arktis protestiert hatten. Wegen bandenmäßiger Piraterie drohen ihnen je bis zu 15 Jahre Haft.

Es gehe um nichts weniger als den "Respekt vor dem Recht auf gewaltfreien Protest", begründeten die Nobelpreisträger ihren Brief. Außerdem könne ein Ölleck sehr schnell "katastrophale Folgen" für die Arktis-Region und deren Einwohner haben.

Putins Sprecher Dmitri Peskow wies die Bitte aber ab. "Der Präsident hat große Achtung vor den Nobelpreisträgern und nimmt ihre Meinung sehr ernst. Aber in diesem Fall ist der Präsident nicht der richtige Ansprechpartner", sagte Peskow. Dies sei Sache des Gerichts. Die russische Justiz gilt als staatlich gesteuert.

Ein Gericht in Murmansk lehnte indes erneut Haftbeschwerden ab.

kha/dpa/Reuters

insgesamt 15 Beiträge
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Seite 1
jamguy 17.10.2013
1. greenpeace
Klar is das die jungs Ihre unmilitanten Aktionen im Namen der Natur durchziehen und daher begnadigt werden sollten.
diefreiheitdermeinung 17.10.2013
2. Ein gewaltfreier Protest ?
Genau das war es nicht.
amater 18.10.2013
3. Greenpeace
hat schon viel zu häufig trotz massivsten Hausfriedensbruchs und anderen illegalen Aktionen (Besetzung AKW etc.) Immunität genossen, weil Politik und Justiz vor den Medien einknicken. Es schadet nichts, wenn Putin hier erst mal ein Exempel statuiert. Die Welt hat immer noch viel zu viel Greenpeace, auch wenn die 28 Aktivisten erst mal weggesperrt sind.
frowin 18.10.2013
4.
eine Ölplattform entern ist kein gewaltfreier Protest, dafür wird man in jedem Land dieser Welt verurteilt! Eine Anzeige und Verurteilung sind richtig, 15 Jahre waren natürlich viel zu hart
horstr 18.10.2013
5. Rechtstaat oder Putin
Wird von Russland nicht immer gefordert rechtstaatlich zu sein? Ein Präsident kann doch eigentlich nur Verurteilte begnadigen, der soll doch keinen Einfluss auf eine unabhängige Justiz nehmen.
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