Front National Gericht bestätigt Rauswurf von Jean-Marie Le Pen

Sieg für Parteichefin Marine Le Pen: Ein Gericht hat den Ausschluss ihres Vaters Jean-Marie Le Pen aus dem jahrzehntelang von ihm geführten rechtsextremen Front National bestätigt.

Jean-Marie Le Pen (Archiv)
AFP

Jean-Marie Le Pen (Archiv)


Der Ausschluss von Parteigründer Jean-Marie Le Pen aus dem Front National (FN) ist rechtens. Ein Gericht im französischen Nanterre bestätigte jetzt die Entscheidung.

Der 88-Jährige hatte sich vor dem Gericht gegen die Entscheidung der rechtsextremen Partei gewehrt, die inzwischen von seiner Tochter Marine Le Pen geführt wird. Sie hatte mit ihrem Vater gebrochen, nachdem er erneut die Gaskammern der Nazis verharmlost hatte.

Der Parteiausschluss habe laut dem Urteil jedoch keine Auswirkung auf seinen Titel als Ehrenvorsitzender, berichtete der Sender BFMTV am Donnerstag. Le Pens Anwalt Frédéric Joachim sagte deshalb, das sei ein Sieg für seinen Mandanten.

Hinter dem Familienkrach steckt ein Macht- und Richtungsstreit. Marine Le Pen bemüht sich seit Jahren, dem FN mit einer gemäßigteren Wortwahl ein bürgerliches Image zu verschaffen. Mit ihrem Kurs fuhr sie einige der besten Wahlergebnisse der Parteigeschichte ein.

Jean-Marie Le Pen hatte die französischen Rechtsextremen von 1972 bis 2011 geführt. Sein größter Erfolg war der Einzug in die Stichwahl um die Präsidentschaft im Jahr 2002. Wegen der über Jahrzehnte mehrfach wiederholten Bemerkung über die Gaskammern und andere Ausfälle war er immer wieder verurteilt worden.

als/dpa



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