Front National Le Pen fordert Rückkehr der Todesstrafe

Jean-Marie Le Pen nutzt das miserable politische Klima in Frankreich für weitere Provokationen: Bei einer Demonstration in Paris forderte er die Wiedereinführung der Todesstrafe und kündigte für den Fall seiner Präsidentschaft ein entsprechendes Referendum an.


Affären, Geheimdienstgemauschel, Rufmordattacken: Kein Tag, an dem die grande nation in den letzten Monaten nicht die Selbstdemontage ihrer Regierung in den Medien bestaunen konnte. Der Skandal um die Regierungschef Dominique de Villepin, der die Bespitzelung seines Rivalen, Innenminister Nicolas Sarkozy, angeordnet haben soll, hat gravierende Folgen: Villepin ist laut Umfragen der am wenigsten beliebte Premier der vor 48 Jahren gegründeten Fünften Republik.

Front-National-Chef Le Pen: Fingerzeig vom Rechtsaußen
AFP

Front-National-Chef Le Pen: Fingerzeig vom Rechtsaußen

Und auch die Umfragewerte von Staatschef Jacques Chirac sind im Keller – eine Abkehr von der politischen Mitte hin zu den Extremen scheint programmiert.

Rechtsaußen Jean-Marie Le Pen hat schon einmal von einer solchen Stimmung profitiert: Im April 2002 bugsierte ihn der frustrierte Wähler statt des Sozialisten Lionel Jospin in die zweite Runde der Präsidentschaftswahlen. Auf genau dieses, von Protest geleitete Wahlverhalten spekuliert der Front-National-Chef, wenn er im Falle seines Siegs bei den Präsidentschaftswahlen 2007 ein Referendum zur Wiedereinführung der Todesstrafe verspricht.

"Seit 1981 wünscht sich die Mehrheit der Franzosen zur Bestrafung von Schwerverbrechern die Wiedereinführung der Todesstrafe", erklärte Le Pen, Chef der rechtsextremen und fremdenfeindlichen Front National, bei einer Demonstration gemeinsam mit mehr als 200 Sympathisanten vor der französischen Nationalversammlung.

dan/dpa



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