Europaparlament Front National greift Martin Schulz an

Marine Le Pen dreht den Spieß um: Nach den Brüsseler Vorwürfen gegen ihre Partei reagiert die Vorsitzende schnippisch und greift Parlamentspräsident Martin Schulz an. Sie unterstellt ihm, einen Assistenten unrechtmäßig zu beschäftigen.

Parteivorsitzende Marine Le Pen: Wie es in den Wald ruft, so schallt es heraus
REUTERS

Parteivorsitzende Marine Le Pen: Wie es in den Wald ruft, so schallt es heraus


Brüssel - Nachdem das Europaparlament die Antibetrugsbehörde Olaf auf den französischen Front National (FN) angesetzt hat, schlägt dieser zurück: Die rechtsextreme Partei wirft dem Parlamentspräsidenten Martin Schulz (SPD) vor, seine Angestellten unrechtmäßig zu beschäftigen. Sein Assistent arbeite für ein SPD-nahes Reiseunternehmen.

Herbert Hansen beschäftige sich "nicht mit EU-Angelegenheiten, nicht einmal mit Politik", sondern mit Tourismus, behauptet der FN. Schulz' Sprecher dementiert die Vorwürfe. Hansen sei akkreditierter Assistent mit Büro und Wohnsitz in Brüssel, der alle seine Tätigkeiten wahrnehme - insbesondere die Betreuung zahlreicher Besuchergruppen. In seiner Freizeit organisiere er unentgeltlich Bildungsreisen.

Schulz will sich nichts nachsagen lassen: Er hat angeordnet, die "Regelkonformität der Anstellung" seines Assistenten prüfen zu lassen. Die Ergebnisse wolle er dann veröffentlichen, so der Sprecher.

Die Internetseite der Reiseagentur, um die es geht, spricht für die Version des Parlamentspräsidenten: Hansen ist demnach einer von sechs ehrenamtlichen Mitarbeitern, die Bildungs- und Begegnungsreisen organisieren. Die FN-Vorsitzende Marine Le Pen sagte vor dem Europaparlament, sie warte nun ab, ob Schulz in diesem Fall ebenfalls die Anti-Betrugs-Behörde der EU einschalten werde.

Die französische Partei wird verdächtigt, EU-Geld für Assistenten von Europaabgeordneten bezogen zu haben, obwohl diese anscheinend für die Partei in Frankreich arbeiteten. Das ist nach EU-Regeln verboten. Schulz hatte daraufhin die Behörde Olaf eingeschaltet, um die Rechtmäßigkeit der Arbeitsverhältnisse von 20 parlamentarischen Mitarbeitern der FN überprüfen zu lassen.

kry/AFP



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rob_anybody 12.03.2015
1. Das erinnert irgendwie an Griechenland ..
Ablenkung um jeden Preis, nur nicht darauf eingehen dass man selbst eventuell etwas falsch gemacht haben könnte ..
zippo2012 12.03.2015
2. bewährte Mittel
Früher wurden unliebsame Kritiker kalt gestellt. Wenn auch heute noch Bürgermeister ungestraft vertrieben werden können, dann kann man das auch bei einem Herrn Schulz versuchen. ........ und mal gucken was passiert.
raber 12.03.2015
3. Jobfinanzierungen über befreundete Unternehmen?
Wie ist das zu verstehen? Herr Hansen arbeitet bei einem SPD-nahen Reiseunternehmen, wohnt aber in Brüssel als akkreditierter Assistent von Herrn Martin Schulz und ist aber gleichzeitig einer von sechs ehrenamtlichen Mitarbeitern. Werden so indirekt Mitarbeiter finanziert oder wie ist dies zu verstehen? Kann SPON da recherchieren statt nur zwei Positionen wiederzugeben?
liebe-wahrheit 13.03.2015
4. Das ist Europa!!!!
... das ganze Projekt gerät aus dem Ruder. Es brennt an jedem Eck ... Lieber Helmut Kohl, danke für diese Sch... in die Du uns geritten hast. Mir bleibt zukünftig fast nichts anderes mehr übrig als die AfD zu wählen ... sorry aber das ist wohl noch die beste Alternative ... wenn man so die Entwicklung des "gemeinsamen" Europas anschaut. Es bringt nur Hass, Missgunst, Neid... feines Europa!!!
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