Frühwarnsystem Ecurie Die Alarmkette der EU-Mitglieder

Im Fall einer radioaktiven Störung informieren sich die 27 Mitgliedstaaten der EU über ein Frühwarnsystem: Ecurie. Durch die Meldekette sollen die Länder einen schnellen Überblick der Lage bekommen - um bei einem Notfall rechtzeitig Schutzmaßnahmen ergreifen zu können.


Ecurie ist ein rund um die Uhr in Bereitschaft stehendes System, das die zuständigen Behörden in den EU-Ländern, Kroatien und der Schweiz davon in Kenntnis setzt, dass es etwa einen Atom-Unfall oder einen größeren Zwischenfall mit Nuklear-Anlagen gegeben hat.

Die Länder sollen dadurch schnell in die Lage versetzt werden, Schutzmaßnahmen für die Bevölkerung ergreifen zu können. Im Gegenzug müssen die Länder Strahlungsmessungen vornehmen und die Werte an die EU weitergeben.

In einer Beschreibung der Europäischen Atomgemeinschaft Euratom heißt es, dass das System bei folgenden Unfällenmit möglicher radioaktiver Gefahr greift:

  • bei einem Zwischenfall in einem Kernreaktor oder
  • sonstigen Anlagen des Brennstoffkreislaufs
  • in Anlagen zur Entsorgung radioaktiver Abfälle
  • bei der Beförderung und Lagerung von Kernbrennstoffen oder radioaktiven Abfällen
  • nach anderen Unfällen, die zu einer signifikanten Freisetzung von radioaktiven Stoffen geführt haben oder führen können.

Ecurie steht für "European Community Urgent Radiological Information Exchange" ("Austausch von Informationen in einer radiologischen Notstandssituation") und wurde nach dem schweren Reaktorunfall im sowjetischen Tschernobyl 1987 entwickelt.

amz/AP



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