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19. März 2008, 06:21 Uhr

Fünf Jahre Irak-Krieg

Bush verteidigt Feldzug, fordert Amerikaner zum Durchhalten auf

Auch wenn über hunderttausend Iraker und 4000 US-Soldaten bislang ums Leben gekommen sind: Präsident Bush hat den Feldzug in einer Ansprache zum fünften Jahrestag trotzig verteidigt: "Dies ist ein Kampf, den Amerika gewinnen kann und muss."

Washington - US-Präsident George W. Bush hat zum fünften Jahrestag des Irak-Kriegs alle Forderungen nach einem Truppenabzug zurückgewiesen. Dies würde nur die Rolle Irans in der Region stärken und dem Terrorismus neuen Auftrieb geben, sagte Bush nach einem vorab verbreiteten Text der Rede, die er am Mittwoch im Pentagon halten will.

Seit Beginn des Irak-Kriegs kamen mehrere hunderttausend Iraker und mindestens 3990 Angehörige der US-Streitkräfte ums Leben. Die amerikanischen Steuerzahler hat der Einsatz bislang rund 500 Milliarden Dollar (320 Milliarden Euro) gekostet. Zurzeit befinden sich 158.000 US-Soldaten im Land. Diese Zahl soll bis Sommer auf 140.000 verringert werden.

Trotz der "hohen Kosten an Menschenleben und Vermögen" zweifle er nicht daran, dass seine Entscheidung zum Einmarsch am 20. März 2003 richtig gewesen sei, erklärte Bush. "Die Erfolge, die wir im Irak sehen, sind unbestreitbar, und dennoch fordern einige in Washington immer noch den Rückzug", heißt es in dem Redetext. "Die Kriegskritiker können nicht länger glaubwürdig argumentieren, dass wir im Irak verlieren. Deshalb sagen sie jetzt, die Kriegskosten seien zu hoch."

Diese Ausgaben seien aber notwendig, um einen "strategischen Sieg für unsere Feinde im Irak" zu verhindern. Bei einem Abzug der US-Truppen aus dem Irak bestünde die Gefahr, dass die Terrororganisation al-Qaida sich mit Geldmitteln für Massenvernichtungswaffen versorgen würde, um die USA anzugreifen.

Auf den Beginn des Krieges zurückblickend sagte Bush: "Nach fünf Jahren in dieser Schlacht gibt es eine verständliche Debatte darüber, ob es sich gelohnt hat, diesen Krieg zu führen, ob es sich lohnt, ihn zu gewinnen und ob wir ihn gewinnen können. Die Antworten sind für mich klar: Es war die richtige Entscheidung, Saddam Hussein zu entmachten, und dies ist ein Kampf, den Amerika gewinnen kann und muss."

Der demokratische Abgeordnete John Dingell bezeichnete den Jahrestag als einen "düsteren Meilenstein", der einen Anlass biete, "sich zu erinnern, wie wir in diese Situation geraten sind, und darüber nachzudenken, wie wir am besten wieder rauskommen. Die im Irak anstehenden Aufgaben wie die Teilung der politischen Macht könnten nur von den Irakern selbst gelöst werden.

als/AP/dpa

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