Fußball-WM Brasilien startet militärische Großoperation entlang seiner Grenzen

WM-Gastgeber Brasilien hat an seinen Grenzen eine Militäroperation begonnen. 30.000 Soldaten sollen vier Wochen vor Beginn des Fußball-Turniers gegen Waffen- und Drogenschmuggel sowie illegale Einwanderung vorgehen.
Brasilianische Soldaten an der Grenze zu Paraguay (Archiv): Operation gegen Schmuggel und illegale Einwanderung

Brasilianische Soldaten an der Grenze zu Paraguay (Archiv): Operation gegen Schmuggel und illegale Einwanderung

Foto: CHRISTIAN RIZZI/ AFP

Brasília - Brasilien hat eine fast 17.000 Kilometer lange Grenze und zehn Nachbarländer. Rund vier Wochen vor dem Beginn der Fußball-WM sollen ab jetzt Soldaten aller Waffengattungen diesen Bereich in einer Großoperation besonders schützen. "Ágata 8" heißt der Einsatz, teilte das Verteidigungsministerium am Samstag in Brasília mit. 30.000 Mann sollen dabei verstärkt gegen den Schmuggel von Drogen und Waffen sowie gegen illegale Einwanderung vorgehen.

Mit den südamerikanischen Nachbarländern sei die Aktion zuvor abgesprochen worden. Einen ähnlichen Einsatz gab es vor der WM-Generalprobe, dem Confederations Cup 2013.

Brasiliens Grenzlinie besteht aus rund 7400 Kilometern Landgrenze und über 9500 Kilometern Flussgrenze. An dem Einsatz nehmen unter anderem Einheiten der Dschungel-Infanterie sowie Schiffe und Helikopter der Marine teil. Die Polizei unterstützt die Truppen. Die Kontrollzone erstreckt sich auf 150 Kilometer landeinwärts der Grenze. Während der Operation soll auch medizinische Unterstützung für sozial benachteiligte Regionen geleistet werden.

Flughäfen werden voraussichtlich nicht rechtzeitig fertig

Inzwischen gerät das Land weiter mit dem Ausbau der Infrastruktur in Verzug. Am Samstag wurden weitere Engpässe an den Flughäfen der Spielorte bekannt. Am Viracopos-Flughafen bei Sao Paulo wurde der Bau eines neuen Terminals teilweise ausgesetzt. Grund dafür waren unzureichende Sicherheitsvorkehrungen für die Arbeiter. Mit dem Baustopp ist die Fertigstellung des Terminals rechtzeitig zur WM gefährdet. "Es ist ein Wettlauf gegen die Zeit, und sie machen alles auf einmal in einer chaotischen Weise", sagte ein Vertreter der Organisation für Arbeitsschutz. Auf der Baustelle waren Ermittlern zufolge bereits zwei Arbeiter ums Leben gekommen - einer stürzte ab, ein weiterer wurde von Trümmerteilen verschüttet.

Derzeit sieht es so aus, dass mindestens fünf der zwölf WM-Städte die versprochenen Erweiterungen ihrer Flughäfen nicht termingerecht schaffen. Fluggesellschaften warnten davor, dass Fans nicht rechtzeitig zu Spielen kommen könnten. Auch die Arbeiten in drei Fußballstadien sind noch nicht abgeschlossen. Die WM beginnt am 12. Juni.

ler/dpa/Reuters
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.