Demonstration in São Paulo Tausende Brasilianer protestieren gegen Fußball-WM

Drei Wochen vor dem WM-Eröffnungsspiel haben Tausende Brasilianer gegen die hohen Kosten für das Turnier protestiert. Anders als vorherige Kundgebungen verlief die Demonstration in São Paulo friedlich.
Protest in São Paulo: "Fifa Go Home"

Protest in São Paulo: "Fifa Go Home"

Foto: Victor Moriyamo/ Getty Images

São Paulo - Tausende Menschen haben in São Paulo gegen Wohnungsnot, Immobilienspekulationen und die hohen Kosten für die Fußball-WM protestiert, die in drei Wochen beginnt. Nach Polizeiangaben gingen rund 15.000 Anhänger der Bewegung obdachloser Arbeiter (MTST) auf die Straße. Die Organisatoren selbst sprachen sogar von mehr als 30.000 Teilnehmern.

"Wir sind hier, um gegen die hohen Kosten zu protestieren, denn wir haben keine Wohnungen und kein Gesundheitswesen", sagte MTST-Mitglied Luiz Giovani. Die Demonstranten forderten vor allem bessere öffentliche Dienstleistungen.

Kritisiert wurde auch der Welt-Fußballverband: "Fifa, geh' nach Hause", hieß es auf Transparenten. Nachdem sich bei Demonstrationen gegen die WM zuletzt mehrfach Protestgruppen Ausschreitungen und Zusammenstöße mit der Polizei geliefert hatten, blieb die Kundgebung dieses Mal friedlich. In São Paulo findet am 12. Juni das Eröffnungsspiel Brasilien gegen Kroatien statt.

Brasilien wird seit Mitte vergangenen Jahres von sozialen Protesten erschüttert, bei denen die hohen Kosten für die Fußball-WM und die 2016 anstehenden Olympischen Spiele in Rio de Janeiro kritisiert werden. Die Demonstranten werfen der Regierung vor, viel Geld in die Prestigeprojekte zu stecken und wichtige andere Aufgaben zu vernachlässigen. Zudem kommt es immer wieder zu Streiks bei der Polizei, im Nahverkehr und im Bildungswesen. Am Dienstag hatten Busfahrer und Schaffner die Arbeit niedergelegt und für einen Rekordstau in São Paulo gesorgt.

Die Kosten für die Fußball-WM 2014 belaufen sich auf etwa elf Milliarden Euro.

syd/sid/AFP/dpa