G-8-Gipfel Campino fliegt mit Titos Privatjet ein

Campino von den Toten Hosen und Techno-Ikone Dr. Motte wollen morgen zum G-8-Gipfel nach Edinburgh aufbrechen, um dort für den Ausbau der Afrikahilfe zu demonstrieren. Die Musiker fliegen mit weiteren prominenten Kollegen in der ehemaligen Privatmaschine des jugoslawischen Staatschefs Tito ein.


Berlin/Edinburgh - In der Sondermaschine wollen auch Reamonn-Sänger Rea, Schauspielerin Anna Thalbach und H-Blockx-Frontmann Henning Wehland mitfliegen, wie die PR-Agentur Q'n'A heute mitteilte. In der schottischen Hauptstadt findet morgen gleichzeitig mit Beginn des G-8-Gipfels in Gleneagles die Abschlussveranstaltung des von Bob Geldof organisierten "Langen Marschs zur Gerechtigkeit" statt. Dabei sollen den Angaben zufolge auch Annie Lennox, Travis und Texas auftreten.

Geldof war auch Initiator der Live-8-Konzerte, zu denen weltweit insgesamt rund eine Million Zuschauer kamen. Ziele der Aktion sind eine Verdoppelung der Entwicklungshilfe für Afrika, ein Schuldenerlass für die ärmsten Länder und der Abbau von Handelsbarrieren. Afrika wird eines der Hauptthemen des Gipfeltreffens der wichtigsten Industriestaaten sein, das von morgen bis Freitag in dem rund 60 Kilometer nördlich von Edinburgh gelegenen Gleneagles stattfindet.

Rund hundert Gegner des Gipfels haben im Vorfeld des Treffens nach Zusammenstößen mit der Polizei eine gerichtliche Vorladung bekommen. Die ersten wurden heute dem Haftrichter vorgeführt. Bei den gestrigen Protesten wurden auf beiden Seiten mehr als 20 Personen verletzt.

Protestaktionen gegen den morgen beginnenden Gipfel in Gleneagles gab es auch heute. Drei Aktivisten der Weltentwicklungsbewegung (World Development Movement) kletterten auf einen Kran am Waverley-Bahnhof von Edinburgh und kritisierten das geplante Hilfsprogramm der G-8 für Afrika. Schuldenerlass und Finanzhilfe seien an strenge Bedingungen geknüpft, sagte Paul Hutchings. Von der dringend notwendigen Gerechtigkeit im internationalen Handel werde überhaupt nicht gesprochen.

Vor der Ölraffinerie von Grangemouth, 30 Kilometer westlich von Edinburgh, bereiteten Mitglieder der Umweltgruppen Friends of the Earth und People and Planet eine Protestaktion vor. Dabei wollten als Meerjungfrauen verkleidete Demonstranten eine G-8-Vereinbarung für den Klimaschutz fordern. "Die G-8 muss die Bedürfnisse der Armen und der künftigen Generationen über die Interessen der Industrie stellen", sagte Duncan McLaren von der schottischen Vertretung von Friends of the Earth.

Bei den gestrigen Auseinandersetzungen der Demonstranten mit der Polizei wurden auf beiden Seiten mehr als 20 Personen verletzt. Die G-8-Gegner erhielten gerichtliche Vorladungen, die schon heute in Edinburgh begannen.



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