G20-Treffen in Japan Trump schmeichelt auch Putin

Angela Merkel bezeichnete er als "großartige Freundin", danach umgarnte Donald Trump auf dem G20-Treffen in Osaka auch Kremlchef Wladimir Putin: "Wir haben eine sehr, sehr gute Beziehung."

In bester Stimmung: Wladimir Putin (l.) und Donald Trump in Osaka
Brendan Smialowski/ AFP

In bester Stimmung: Wladimir Putin (l.) und Donald Trump in Osaka


Beim G20-Treffen in Osaka hat Donald Trump nach Kanzlerin Angela Merkel (CDU) auch dem russischen Präsidenten Wladimir Putin geschmeichelt. Der US-Präsident lobte die harmonischen Beziehungen. "Es ist mir eine große Ehre, Präsident Putin zu treffen", sagte Trump. "Wir haben eine sehr, sehr gute Beziehung."

Mit einem Scherz reagierte er auf die Frage nach möglichen Einmischungen Russlands in die US-Präsidentschaftswahl im kommenden Jahr. Als Reaktion auf die Frage eines Journalisten, ob er Putin vor einer Einflussnahme warnen werde, sagte Trump lächelnd und mit erhobenem Finger in Richtung des russischen Staatschefs: "Mischen Sie sich nicht in die Wahl ein, Herr Präsident, mischen Sie sich nicht ein." Putin quittierte Trumps Scherz mit Schweigen und einem Grinsen.

Kanzlerin Merkel hatte er zuvor als "großartige Freundin" und "fantastische Person" gelobt.

Bereits vor dem Abflug nach Japan hatte sich der US-Präsident zuversichtlich mit Blick auf das Treffen mit Putin gezeigt. "Ich werde ein sehr gutes Gespräch mit ihm haben", sagte er im Weißen Haus zu Journalisten. Zugleich schränkte er ein: "Was ich ihm sage, hat euch nicht zu interessieren."

US-Sonderermittler Robert Mueller hatte bei seinen fast zweijährigen Ermittlungen zwar keine Belege für illegale Geheimabsprachen von Trumps Wahlkampfteam mit Russland gefunden. Allerdings gab es demnach Kontakte zwischen russischen Funktionären und Mitarbeitern von Trumps Kampagne.

"Die Präsidenten stimmten überein, dass die beiden Länder ihre Diskussionen über ein Modell zur Waffenkontrolle für das 21. Jahrhundert fortsetzen wollen", heißt es weiter. Trump habe seiner Forderung Nachdruck verliehen, dass dabei auch China beteiligt werden müsse.

Die USA hatten Anfang Februar den INF-Vertrag über das Verbot landgestützter atomarer Mittelstreckenwaffen gekündigt und diesen Schritt damit begründet, dass Russland das Abkommen seit Jahren mit dem Mittelstreckensystem SSC-8 verletze. Die sechsmonatige Kündigungsfrist läuft am 2. August aus.

Das Weiße Haus teilte außerdem mit, die USA und Russland wollten die Gespräche über gemeinsame Rüstungskontrolle fortsetzen. "Beide Führungspersönlichkeiten stimmten überein, dass verbesserte Beziehungen zwischen den Vereinigten Staaten und Russland im gemeinsamen Interesse beider Länder sind und im Interesse der Welt", hieß es nach einem Treffen von Trump mit Putin in Osaka.

als/dpa/AFP



insgesamt 8 Beiträge
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Seite 1
Max Hermann 28.06.2019
1.
Ich bin ganz sicher kein Freund von egal wem der unseren menschlichen Systemen vorsteht. Aber Trump kann sagen und machen was er will, es wird falsch sein müssen. Sonderermittler Muller hat keine Belege gefunden, das kann man aber so natürlich nicht im Raum stehen lassen, sondern muss ohne weitere Erklärung darauf verweisen das es Kontakte gab. Und weiter? Natürlich nichts weiter... Die Berichte hier muss man eigentlich nicht lesen.
Trollfrühstücker 28.06.2019
2. Was soll er sonst sagen?
Wenn ich öffentlich im Beisein meines Chefs gefragt würde, was ich von ihm halte, sage ich dann die Wahrheit, selbst wenn er ein Diktator, Kriegsverbrecher und Mörder ist, die Menschenrechte mit Füßen tritt?
neanderspezi 28.06.2019
3. Gut geschmeichelt ist womöglich schon halb gewonnen
Gerade beim Schmeicheln sind immer mindestens zwei nötig, damit die Sache rund läuft, eine oder einer mit dem Talent sich schmeichelnder Weise gegenüber dem anvisierten Empfänger hervorzutun und eine oder einer mit ausgeprägter Neigung sich dieser ekligen Form schmierigen Austauschs hinzugeben. Wenn beide Typen, Spender und Empfänger, zusammenkommen, dann ist es ein Geben und Nehmen wie bei allen Geschäften, die unter verschiedenen Begriffen möglichst unauffällig und kräfteschonend eine sogenannte Win-Win-Situation widerspiegeln. Nur böse Zungen wollen bei solchem Tun so etwas wie korrupte Neigungen erkennen können.
JeanB.Kloppt 28.06.2019
4. Das ist falsch interpretiert
Zitat von Max HermannIch bin ganz sicher kein Freund von egal wem der unseren menschlichen Systemen vorsteht. Aber Trump kann sagen und machen was er will, es wird falsch sein müssen. Sonderermittler Muller hat keine Belege gefunden, das kann man aber so natürlich nicht im Raum stehen lassen, sondern muss ohne weitere Erklärung darauf verweisen das es Kontakte gab. Und weiter? Natürlich nichts weiter... Die Berichte hier muss man eigentlich nicht lesen.
Das ist so nicht richtig. Das ist dieses typische schwarz-weiß denken. Da gibt es aber einige Nuancen dazwischen. Im Bericht von Muller wurde festgestellt, dass es sehr wohl Einflussnahme von Russland gab. Muller erklärte auch, das eine Absprache zwischen Russland und den Trump-Team nicht 100 % belegt werden kann. Er sagte außerdem: Wenn er Donald Trump eindeutig entlasten könnte, er das auch so abgesagt hätte. Es geht also nicht um eine Unschuldsvermutung. Die Hinweise reichen lediglich nicht komplett aus, um eine Anklage zielführend abzuleiten. Ein Freispruch hört sich anders an. Auch das gehört eben zu einer vernünftigen journalistischen Aufarbeitung, genau darauf hinzuweisen.
geotie1 28.06.2019
5.
Treffen sich zwei Schleimmer, rutscht der eine aus!
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