Treffen im japanischen Osaka Was Sie über den G20-Gipfel wissen müssen

Handelskrieg mit China, Konflikt mit Iran, Ärger mit Russland: US-Präsident Trump wird auf dem G20-Gipfel im japanischen Osaka viele Gespräche führen müssen. Dem Gastgeber könnte er Probleme machen.

Vorbereitungen zum G20-Gipfel in Osaka
Issei Kato/ REUTERS

Vorbereitungen zum G20-Gipfel in Osaka


Noch nie hat ein japanischer Regierungschef vor einer vergleichbaren Aufgabe gestanden: In Osaka werden ab Freitag zwei Tage lang die Staats- und Regierungschefs der 20 größten Schwellen- und Industrienationen aufeinander treffen.

Eine vergleichbare Polit-Veranstaltung hat es in dem ostasiatischen Land noch nicht gegeben. Bei dem G20-Gipfel soll es um drei große Themen gehen:

  • weltwirtschaftliche Herausforderungen,
  • der Iran-Konflikt
  • und der Klimawandel.

Doch viele der Teilnehmer bringen zusätzlich zur offiziellen Agenda ihre eigenen Probleme mit - und dürften sich in Zwiegesprächen am Rande des Gipfels um Deeskalation bemühen. Allen voran: US-Präsident Donald Trump und Chinas Staatschef Xi Jinping, die ihre Länder in einen Handelskrieg gezogen haben.

Der Gastgeber, Japans Premierminister Shinzo Abe, machte das globale Wirtschaftswachstum zur obersten Priorität des Treffens - und nannte den Freihandel als Triebfeder für globale Entwicklung und die Beseitigung von Ungleichheit.

Ob sich tatsächlich alle der 20 führenden Industrie- und Schwellenländer zum Freihandel bekennen und von ihrer protektionistischen Handelspolitik ablassen wollen, ist allerdings fraglich. Im vergangenen Jahr musste aus dem G20-Abschlussbericht eine entsprechende Passage auf Druck der USA gestrichen werden.

Inoffizielles Topthema: die Wahl des künftigen EU-Kommissionspräsidenten

In Osaka wird sich Trump aber noch um ein ganz anderes Thema kümmern müssen: den Konflikt mit Iran. Zuletzt hatte sich der Ton zwischen den beiden Konfliktparteien erheblich verschärft. Der US-Präsident wird darüber auch mit Mohammed bin Salman sprechen. Saudi-Arabiens Kronprinz ist ein erbitterter Gegner Irans.

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron wird ebenfalls das Gespräch mit dem US-Präsidenten suchen - auch weil er an seinen Klimazielen festhalten will. Eine G20-Abschlusserklärung werde es mit ihm nur geben, wenn das Pariser Klimaabkommen wieder Teil der gemeinsamen Beschlüsse sei, ließ Macron im Vorfeld wissen. Das sei seine persönliche "rote Linie".

Und dann ist da noch das inoffizielle Topthema: die Wahl des künftigen EU-Kommissionspräsidenten. Macron spricht sich vehement gegen den deutschen Kandidaten Manfred Weber und das Spitzenkandidatenprinzip aus. Am Sonntag wird er mit seinen EU-Kollegen in Brüssel darüber beraten - und wahrscheinlich vorab mit Kanzlerin Angela Merkel und anderen europäischen Staats- und Regierungschefs in Japan vorverhandeln.

Die wichtigsten Teilnehmer und ihre Themen im Überblick:

ire/vks

insgesamt 3 Beiträge
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Seite 1
ddcoe 27.06.2019
1. Mit Verlaub
dieser Gipfel dauert nur zwei Tage - soll heißen, bin auf Allgemeinplätze kann und wird gar nichts zu erreichen sein. Das ganze Format dieser Gipfel halte ich für zweifelhaft.
kuac 27.06.2019
2.
Zitat von ddcoedieser Gipfel dauert nur zwei Tage - soll heißen, bin auf Allgemeinplätze kann und wird gar nichts zu erreichen sein. Das ganze Format dieser Gipfel halte ich für zweifelhaft.
Zwei Tage Gipfel, aber dahinter steckt 200 Tage Hintergrundarbeit.
freefox 27.06.2019
3. Welches Format haben Sie dann?
Zitat von ddcoedieser Gipfel dauert nur zwei Tage - soll heißen, bin auf Allgemeinplätze kann und wird gar nichts zu erreichen sein. Das ganze Format dieser Gipfel halte ich für zweifelhaft.
Sei froh, daß man sich überhaupt - in größerer Runde - trifft.
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