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Gipfel in der Türkei Merkel und Putin beraten über Syrienkrieg

Der G20-Gipfel im türkischen Belek steht im Zeichen der Terroranschläge von Paris. Kanzlerin Merkel und Russlands Präsident nutzten das Treffen zu einem persönlichen Gespräch - darin ging es vor allem um einen Friedensprozess in Syrien.
Kanzlerin Merkel und Russlands Präsident Putin: 40-minütiges Gespräch

Kanzlerin Merkel und Russlands Präsident Putin: 40-minütiges Gespräch

Foto: Bernd Von Jutrczenka/ dpa

Kanzlerin Angela Merkel und Russlands Präsident Wladimir Putin haben sich am Rande des Gipfels der Staats- und Regierungschefs der großen Industrie- und Schwellenländer (G20) in der Türkei zu einem persönlichen Gespräch getroffen. 40 Minuten lang sprachen die beiden Politiker vor allem über Möglichkeiten für einen Friedensprozess in Syrien, hieß es aus deutschen Delegationskreisen.

Dabei sei es vor allem um die Einschätzung beider Seiten zum Ergebnis des jüngsten Außenministertreffens in Wien gegangen. Bei der Syrien-Konferenz hatten sich die Außenminister und Vertreter von 20 Staaten am Samstag auf eine politische Lösung des Konflikts geeinigt. Diese sieht unter anderem einen Fahrplan zur Überwindung des Bürgerkriegs vor. Die Kanzlerin sprach gegenüber Putin auch den Konflikt in der Ukraine an.

Vor dem Treffen mit Merkel war Putin überraschend mit US-Präsident Barack Obama zusammengekommen. Gemeinsam sprachen sich die Politiker für Friedensverhandlungen für Syrien unter Vermittlung der Vereinten Nationen ausgesprochen.

Die Staats- und Regierungschefs tagen unter hohen Sicherheitsvorkehrungen im Badeort Belek nahe Antalya an der türkischen Mittelmeerküste. Neben Anti-Terror-Maßnahmen stehen der Krieg in Syrien und die Flüchtlingskrise auf der Tagesordnung, dazu Wirtschaftsfragen und der Klimaschutz.

Angesichts der blutigen Anschläge von Paris sucht die Runde vor allem eine gemeinsame Strategie gegen den Terror des "Islamischen Staates" (IS). Auch die geplante Abschlusserklärung solle entsprechend geändert werden, hatte eine Beraterin von Putin am Sonntag mitgeteilt.

In dem Papier würden aber nicht "bestimmte Länder, Regionen oder Gruppierungen" genannt, sagte die Sprecherin. "Es geht eher um einen gemeinsamen Ansatz zu Fragen des Terrorismus, zu einer Regelung des Flüchtlingsproblems."

Die Finanzströme des IS sollen nun möglichst zerstört werden. Laut Frankreichs Finanzminister Michel Sapin sollen unter anderem verdächtige Geldbewegungen, die nach Finanzierung von Terroristen aussähen, ins Visier genommen werden. Um Terroristen aufzuspüren solle ferner die Zusammenarbeit der Geheimdienste verbessert werden.

Frankreichs Außenminister Laurent Fabius erklärte zu den französischen Luftangriffen auf IS-Stellungen in Rakka, sein Land habe immer gesagt, dass es auf Bedrohungen und Angriffe des IS im Rahmen der Selbstverteidigung reagieren würde. "Das ist, was wir heute getan haben." Die IS-Attacken könnten nicht ohne eine Reaktion Frankreichs bleiben.

brk/dpa/Reuters