G20-Gipfel Putin kündigt neue Gespräche mit den USA über atomare Abrüstung an

Nach der Aufkündigung des INF-Vertrags droht auch das Abkommen zur Abrüstung strategischer Atomwaffen zwischen Russland und den USA auszulaufen. Nun soll es nach Angaben von Putin einen neuen Versuch zur Verlängerung geben.

Russlands Präsident Wladimir Putin und US-Präsident Donald Trump beim G-20-Gipfel
Susan Walsh/AP/dpa

Russlands Präsident Wladimir Putin und US-Präsident Donald Trump beim G-20-Gipfel


Russland und die USA wollen sich nach den Worten von Kremlchef Wladimir Putin um eine Verlängerung des New-Start-Vertrags zur Begrenzung strategischer Atomwaffen bemühen. Er und US-Präsident Donald Trump hätten die Außenminister ihrer Länder damit beauftragt, die Konsultationen dazu zu beginnen. Das sagte Putin am Samstag der Agentur Interfax zufolge beim G20-Gipfel in der japanischen Stadt Osaka. Zu den Aussichten einer solchen Verlängerung sagte er: "Ich weiß es noch nicht, es ist zu früh, darüber zu sprechen."

Der aktuelle Vertrag der beiden Länder, demzufolge die Zahl atomarer Sprengköpfe in den jeweiligen Arsenalen deutlich unter dem Niveau aus Zeiten des Kalten Krieges liegen muss, wurde 2010 geschlossen, läuft jedoch im Jahr 2021 aus. Putin hat die USA bereits mehrmals zu Verhandlungen über eine Verlängerung dieses Abkommen aufgefordert.

Beide Länder kündigten INF-Abkommen

Beide Länder sehen sich zudem den Bestimmungen des INF-Abrüstungsvertrags, der ein Verbot atomarer Mittelstreckenraketen festgeschrieben hatte, nicht mehr verpflichtet. Trump hatte Russland Verstöße gegen den Vertrag vorgeworfen und ihn im Februar aufgekündigt. Auch Russland stieg daraufhin aus dem Abkommen aus.

Nach seinenGesprächen mit Trump in Osaka sagte Putin, dass es an der Zeit sei, die für beide Seiten unbefriedigenden Spannungen zu beenden und ein neues Kapitel in den Beziehungen aufzuschlagen. Putin hat Trump für den 9. Mai 2020 zu den Feiern zum 75. Jahrestag des Endes des Weltkrieges nach Moskau eingeladen.

Intensiviert werden soll auch nach Darstellung von Trump der Handel zwischen beiden Ländern. Insgesamt bewertete Putin den Gipfel der 20 führenden Industrienationen als ein Treffen "ohne Durchbrüche". Einig gewesen seien sich die Teilnehmer aber, dass Reformen des Welthandels nötig seien.

lie/AFP/dpa

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