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Gipfel in der Türkei G20 will Finanzfluss der Terroristen eindämmen

Entschiedenheit im Kampf gegen den Terror und besseren Schutz für Flüchtlinge - beim G20-Gipfel haben sich die größten Industrie- und Schwellenländer auf diverse Vorhaben geeinigt. Der Entwurf für die Abschlusserklärung im Überblick.
Teilnehmer des G20-Gipfels: Anschläge "aufs Schärfste" verurteilt

Teilnehmer des G20-Gipfels: Anschläge "aufs Schärfste" verurteilt

Foto: POOL PHOTO/ AFP

Die großen Industrie- und Schwellenländer (G20) suchen angesichts der Terroranschläge in Paris nach einer gemeinsamen Strategie gegen den internationalen Terrorismus. In einem Entwurf der Abschlusserklärung verurteilen die Staaten laut Nachrichtenagentur dpa die Anschläge auf Paris und Ankara aufs Schärfste. Um Terroristen den Zugang zu Geld zu erschweren, wollen die Staaten künftig stärker zusammenarbeiten.

Die Staats- und Regierungschefs tagen derzeit unter hohen Sicherheitsvorkehrungen im Badeort Belek nahe Antalya an der türkischen Mittelmeerküste. Neben Anti-Terror-Maßnahmen stehen der Krieg in Syrien und die Flüchtlingskrise auf der Tagesordnung, dazu Wirtschaftsfragen und der Klimaschutz. Alle Vorhaben der G20 im Überblick:

  • Terrorismus: "Wir bleiben geeint im Kampf gegen den Terrorismus." Die Vertreter der G20 sprechen den Opfern der Anschläge von Paris und deren Angehörigen ihr Mitgefühl aus. Die Finanzquellen des Terrors sollen ausgetrocknet werden. Die Länder wollen Grenzschutz- und Geheimdienstinformationen austauschen, um die Mobilität von Terroristen zu verhindern.
  • Flüchtlinge: "Das Ausmaß der anhaltenden Flüchtlingskrise und die großen humanitären, politischen, sozialen und wirtschaftlichen Auswirkungen löst weltweit Besorgnis aus." Flüchtlinge sollen besser geschützt und unterstützt werden. Damit die Fluchtgründe entfallen, müssten politische Konflikte gelöst werden. Alle Staaten sollten zur Bewältigung der Krise beitragen.
  • Wirtschaft: "Das globale Wirtschaftswachstum ist unausgewogen und bleibt hinter unseren Erwartungen zurück." Die G20-Staaten halten an ihrem Ziel fest, das Bruttoinlandsprodukt (BIP) ihrer Mitglieder bis 2018 um zusätzliche zwei Prozentpunkte zu steigern. Vergleichspunkt sind die Wachstumsprognosen des Internationalen Währungsfonds (IWF) ab 2013. Ein Drittel des Wegs sei bereits geschafft.
  • Abbau von Ungleichheit: "Wachsende Ungleichheit in vielen Ländern bedeutet Risiken für den sozialen Zusammenhalt und das Wohlergehen unserer Bürger." Deshalb wollen die Staaten vor allem "mehr und bessere Jobs" schaffen und die Jugendarbeitslosigkeitbis 2025 um 15 Prozent senken.
  • Steuern: "Um ein weltweit faires und modernes internationales Steuersystem zu schaffen", wollen die G20 und die OECD die Steuervermeidung internationaler Konzerne unterbinden. Die Firmen sollen dort Steuern zahlen, wo Investitionen getätigt werden und Gewinne anfallen. Die Steuerbehörden verschiedener Länder sollen verstärkt Daten austauschen.
  • Klima: "Klimawandel ist eine der größten Herausforderungen unserer Zeit", heißt es im Entwurf. Die Gipfelteilnehmer setzen auf einen Erfolg der Weltklimakonferenz in zwei Wochen in Paris. Die genaue Wortwahl zum Kampf gegen die Erderwärmung war bis zur letzten Minute aber noch umstritten, hieß es aus europäischen Delegationskreisen.

brk/dpa