Gipfel in der Türkei G20-Staaten beraten gemeinsame Linie gegen den Terror
US-Präsident Obama bei der Ankunft in Antalya: Zum Auftakt ein Vieraugengespräch mit Gastgeber Erdogan
Foto: SAUL LOEB/ AFPDie Staats- und Regierungschefs der großen Industrie- und Schwellenländer (G20) haben am Sonntag ihr Gipfeltreffen in der Türkei mit bilateralen Beratungen begonnen. Wegen der blutigen Anschläge von Paris will die Runde vor allem eine gemeinsame Strategie gegen den Terror des "Islamischen Staates" suchen.
Die geplante Abschlusserklärung werde entsprechend geändert, sagte eine Beraterin des russischen Präsidenten Wladimir Putin am Sonntag. In dem Papier würden aber nicht "bestimmte Länder, Regionen oder Gruppierungen" genannt, sagte die Sprecherin. "Es geht eher um einen gemeinsamen Ansatz zu Fragen des Terrorismus, zu einer Regelung des Flüchtlingsproblems."
Das Treffen soll um 11 Uhr mitteleuropäischer Zeit beginnen und bis Montag dauern. Die Staats- und Regierungschefs tagen unter hohen Sicherheitsvorkehrungen im Badeort Belek nahe Antalya an der türkischen Mittelmeerküste. Neben Anti-Terror-Maßnahmen stehen der Krieg in Syrien und die Flüchtlingskrise auf der Tagesordnung, dazu Wirtschaftsfragen und der Klimaschutz.
Bei den bilateralen Verhandlungen stand als erstes ein Treffen des US-Präsidenten Barack Obama mit dem türkischen Staatschef Recep Tayyip Erdogan auf dem Programm. Russlands Präsident Wladimir Putin wollte die Führer aus China, Indien, Brasilien und Südafrika treffen. Diese fünf Staaten bilden die sogenannte Brics-Gruppe. Bundeskanzlerin Angela Merkel wird gegen Mittag zum offiziellen Beginn des Gipfels erwartet.
Türkische Polizei geht gegen IS-Verdächtige vor
Kurz vor Beginn des Gipfels sind türkische Sicherheitskräfte offenbar gegen mutmaßliche Anhänger der Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) vorgegangen. Bei einer Razzia in der südosttürkischen Stadt Gaziantep wurden bei der Explosion eines Sprengsatzes am Samstagabend vier Polizisten verletzt, berichtete die Nachrichtenagentur Anadolu. Die Nachrichtenagentur DHA meldete, ein IS-Anhänger habe sich bei der Durchsuchung in einer Wohnung in die Luft gesprengt.
Anadolu berichtete, bei Operationen in der Hauptstadt Ankara seien am Sonntag sieben IS-Verdächtige festgenommen worden. Bereits am Samstag hatten türkische Soldaten in der Provinz Gaziantep vier mutmaßliche IS-Kämpfer bei einem Schusswechsel getötet.
In der Stadt Antalya nahm die Polizei vier Demonstranten fest, die auf das Gelände vordringen wollten, auf dem sich die G20-Chefs treffen. Nach eigenen Angaben wollten die Aktivisten den Politikern einen Protestbrief überreichen.