Entwicklungshelfer über G7-Gipfel "Diese zwei Tage haben viele Kinder nicht überlebt"

Entwicklungshelfer zeigen sich entsetzt von den Ergebnissen des G7-Gipfels auf Sizilien. Das Treffen sei "ein Desaster für die hungernden Kinder in Afrika und Arabien" gewesen.

Staats-und Regierungschefs der G7 auf Sizilien
REUTERS

Staats-und Regierungschefs der G7 auf Sizilien


Der erste G7-Gipfel mit US-Präsident Donald Trump ist auf scharfe Kritik gestoßen. Entwicklungsorganisationen warfen den Staats- und Regierungschefs nach demTreffen auf Sizilien Versagen vor. Die drängenden Probleme der Welt seien nicht angegangen worden.

Hilfsorganisationen kritisieren vor allem, dass die reichen G7 keine neuen Finanzzusagen für den Kampf gegen Hungersnöte in Afrika gemacht hatten. Die Gipfelteilnehmer hätten es versäumt, die notwendigen Schritte zu unternehmen, um den Menschen im Jemen, in Somalia, im Südsudan und in Nigeria zu helfen. 20 Millionen Menschen sind dort von Hungersnöten bedroht. Für den Uno-Hilfsappell von 6,9 Milliarden US-Dollar liegen erst Zusagen über 30 Prozent vor.

Der G7-Gipfel sei "ein Desaster für die hungernden Kinder in Afrika und Arabien", sagte Marwin Meier von Worldvision. "Diese zwei Tage haben viele Kinder in den von einer Hungersnot betroffenen Ländern nicht überlebt."

"Der G20-Gipfel muss nun einspringen"

"Die G7 verlassen den Gipfel, ohne einige der drängendsten Aufgaben unserer Zeit auch nur im Entferntesten angegangen zu sein", sagte Jörn Kalinski von Oxfam. "Vor allem Donald Trump gefällt sich in der Rolle des Spielverderbers vom Dienst." Er habe Lösungen für Millionen der ärmsten Menschen weltweit blockiert. Es stelle sich die Frage, "ob dieser Klub der Reichen so noch eine Daseinsberechtigung hat".

Die Blockadehaltung Trumps wirft auch einen Schatten auf die Vorbereitungen für den Gipfel der großen Industrie- und Schwellenländer (G20) Anfang Juli in Hamburg.

"Der G20-Gipfel muss nun dort einspringen, wo der G7 gescheitert ist", sagte Friederike Röder von der Entwicklungsorganisation ONE. Trump habe eine "feindliche Verhandlungshaltung" gezeigt, sagte Röder, die andere G7-Führer zugleich aufforderte, nicht alles mit sich machen zu lassen.

Wegen der Überlegungen der neuen US-Regierung, vielleicht aus dem Pariser Klimaschutzabkommen auszusteigen, forderten Umweltschützer die anderen Staaten auf, jetzt noch mehr Druck zu machen. Trump will nächste Woche über einen Verbleib entscheiden. Er hält das Abkommen für unfair und schädlich für die Wirtschaftsentwicklung der USA. Nach China sind die USA der zweitgrößte Klimasünder der Welt.

cte/dpa



insgesamt 246 Beiträge
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kwoik 28.05.2017
1. Trump
interessiert sich nun wirklich nicht für hungernde Kinder. Er schert sich ein dreck um sterbende Menschen. Menschlichkeit gehört nicht zu seinem Wortschatz. Er ist Geschäftsmann und dazu noch ein sehr schlechter, wie seine ganzen Pleiten bewiesen haben. Sein Ziel, Umverteilung von unten nach oben.
ovi100 28.05.2017
2. was interessiert mich
ob viele ueberhaupt in ein Brot zu beissen haben wenn ich Kuchen essen kann? So oder aehnlich mögen viele denken aber die sollten bedenken dass die hungernden Leute ihre Heimat notgedrungen verlassen werden und in Richtung Industrienationen immigrieren! Das scheinen einige der hohen Herren und Damen noch nicht begriffen zu haben!
Mathesar 28.05.2017
3. Hmmm...
...ich nehme mal an, dass neben den hungernden Kindern auch noch Jobs in der Entwicklungshilfebranche betroffen sind. Denn die Gelder werden ja nicht im Transportflugzeug über den Ländern abgeworfen, sondern von vielen, netten Entwicklungshelfern ausgegeben. Da war das Entsetzen groß, als herauskam, dass die europaischen Steuermilliarden nicht mehr ganz automatisch nachgeschoben werden. Vielleicht sollten sich diese Unternehmen mal an die superreichen arabischen Staaten wenden und dort Geld für arabische Kinder einsammeln....
th.diebels 28.05.2017
4. ?
Flüchtlingshelfer, NGO's, sind entsetzt ? Dazu fällt mir immer öfters ein: Schleppertum, Flüchtlingsindustrie, Wirtschaftsunternehmen ....
martinbabenhausen 28.05.2017
5. Eigenverantwortung
Was hat denn die jahrzehntelange "Entwicklungshilfe" gebracht? Selbstbestimmte und eigenverantwortliche Völker etwa? Die Bevölkerung in dem kleinen afrikanischen Malawi hat sich seit 1950 verfünffacht, und in anderen Ländern sind die Zahlen nicht weniger dramatisch. Dabei steht die Welt dank dem westlichen Wachstumswahn kurz vor den Folgen einer Digitalisierung, die in ca 20 Jahren die Hälfte der Arbeitsplätze obsolet macht. Und dann? Womit sollen "wir" dann kurz mal die Welt retten? Nein, solange die Menschen in den "Entwicklungsländer" (was für ein leicht hinterfragbarer Begriff) nicht den Zusammenhang zwischen der Fruchtbarkeit ihrer Böden und der Fruchtbarkeit ihrer Lenden erkennen, braucht es keinen Donald Trump - sie sind sich selbst die Ursache ihrer Not.
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