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Schloss Elmau: Gipfel in den Bergen

Foto: Stephan Jansen/ dpa

G7-Treffen im Schloss Elmau Schöner gipfeln unter Gipfeln

Großaufgebot für den G7-Gipfel im Schloss Elmau: Rund 15.000 Polizisten sind im Juni im Einsatz, um die Mächtigen der Welt zu bewachen. Schnell werden rund um den Schauplatz noch Schönheitsreparaturen durchgeführt.

Noch sind die Handwerker beschäftigt mit dem Neubau am Luxus-Hideaway Schloss Elmau, dem "Elmau-Retreat". 47 Zimmer können ab Samstag im 40-Millionen-Euro-Gebäude bezogen werden, davon 13 Suiten mit mindestens 120 Quadratmetern. Ein handwarmer Pool liegt vor den Balkonen der ersten Etage, ein zweiter darunter vor der Terrasse des Erdgeschosses.

Kanzlerin Angela Merkel und US-Präsident Barack Obama könnten hier am 7. und 8. Juni beim Treffen der sieben größten Industrienationen ruhen, zusammen mit fünf weiteren Staatschefs und zwei hohen EU-Vertretern. Vor ihnen dehnt sich die Kulisse hinauf zum massiven Wettersteingebirge. Wunderbar für die prominenten Gäste, aber schwierig für die Polizei.

Seit mehr als einem Jahr bastelt Bayern zusammen mit der Bundespolizei an einem Sicherheitskonzept zur Bewachung der Tagungsteilnehmer. Mindestens 15.000 Polizisten werden schon Wochen vor dem G7-Gipfel im Einsatz sein, 7500 aus Bayern und noch einmal so viele aus anderen Ländern und vom Bund. Sie sollen nicht nur den Münchner Flughafen sichern, wo die Politiker landen, oder die Münchner City, wo Berater und Mitarbeiter der Staatschef logieren - sondern vor allem die Straßen, Gleise und Hänge rund um Elmau. Ein Mammutprojekt. Schwer vorstellbar, wie in den weiten Wäldern und Wiesen der Gebirgslandschaft verhindert werden soll, dass sich Gegner des Gipfels dem Tagungsort nähern.

Zwar sind auch Polizeibeamte auf entlegenen Almen stationiert, doch eine endgültige Garantie zu geben, ist unmöglich. So stellt man sich im bayerischen Innenministerium etwa die Frage, wie zu verfahren wäre, wenn sich ein Gleitschirmflieger dem Hotel nähert. Womöglich handelt es sich ja dann nur um einen Sportler, der von der Route abkam. "Dann müssen wir warten, bis er am Boden ist", sagt Innenminister Joachim Herrmann.

Der CSU-Politiker reiste am Freitag mit Journalisten nach Elmau, um die Vorbereitungen auf den Gipfel zu präsentieren. Dass es unkompliziertere Tagungsorte gibt, ist keine Frage. "In Heiligendamm sah man lange vorher, wenn sich am Strand ein Spaziergänger nähert. Hier ist das etwas anders", sagt Herrmann.

Also setzt die Polizei auf Vorbeugung: Die Bundesregierung wird bei der EU beantragen, kurze Zeit vor dem Gipfel die Grenzkontrollen an deutschen Außengrenzen wieder aufzunehmen. Für Urlauber vor allem aus Bayern, die dann aus den Pfingstferien zurückkehren, bedeutet das lange Staus vor den Grenzen, Ausweise vorzeigen und möglicherweise Fahrzeugkontrollen. Auch die österreichische Polizei ist in das Sicherheitskonzept eingebunden. Er könne sich gut vorstellen, dass es bereits am Brenner Grenzkontrollen geben werde, sagte Herrmann - vor allem nach den Blockupy-Krawallen in Frankfurt, wo viele gewaltbereite Demonstranten aus Italien angereist waren. Zugleich werden verdächtige Personen in Europa überprüft, die bei den vorangegangenen Gipfeltreffen festgenommen wurden.

"Internet in jedem Kuhstall"

Profitiert haben bislang vom Treffen der Mächtigen vor allem die Bürger der Ortschaften Krün und Klais: Die lange Zufahrtstraße nach Elmau wurde neu geteert, unter der Straßendecke liegt nun ein High-Speed-Kabel für schnellen Internetanschluss. "In Krün hat nun jeder Kuhstall WLAN", spotten die Anwohner. Die Bahnsteige und Gleise an den Bahnhöfen in Klais und Mittenwald wurden auf Staatskosten erneuert, der Bahn fehlte das Geld.

Es ist ein bisschen wie zu DDR-Zeiten, als die Häuser an der Schönhauser Allee in Berlin immer frisch gestrichen waren - aber nur in Sichthöhe - und die Straße eine der wenigen ohne Schlaglöcher war, weil Politbüro-Mitglieder sie mit ihren Volvos auf dem Weg nach Wandlitz passierten.

Neben dem Schloss wurde ein Hubschrauberlandeplatz neu geteert, nach dem Treffen muss das Gelände renaturiert werden. Nahezu alle Hotels und Pensionen im Umkreis sind Anfang Juni von Polizeibeamten blockiert, deren Verpflegung sich mittlerweile als besondere Herausforderung herausstellt: Heimische Metzger boten sich kürzlich an, Leberkässemmeln für gut elf Euro pro Stück an die Hundertschaften zu liefern. Das habe man inzwischen auf ein erträgliches Niveau heruntergehandelt, berichtet der Innenminister.

Nicht mehr zu ändern ist eine kleine Störung am Eröffnungsabend im Medienzentrums Garmisch, wo die Kanzlerin und Ministerpräsident Horst Seehofer rund 4500 Journalisten begrüßen werden: Zeitgleich findet das Endspiel der Fußball-Champions League statt. Das Interesse an politischen Gesprächen dürfte sich dann vermutlich etwas in Grenzen halten.

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