Urlaubsort in Frankreich Biarritz wird für den G7-Gipfel zur Festung

Zum G7-Treffen werden am Wochenende in Biarritz unter anderem Kanzlerin Merkel und US-Präsident Trump erwartet. Gastgeber Frankreich fürchtet Ausschreitungen von Gipfel-Gegnern und riegelt den Badeort ab.

Bob Edme/DPA

Im Sommer ist der Badeort Biarritz eine der glamourösesten Urlaubsdestinationen Frankreichs, Touristen kommen in Scharen. Am kommenden Wochenende bleibt Gästen der Zutritt zu dem Ort an der Atlantikküste jedoch verwehrt. Stattdessen tagen dort die Repräsentanten der sieben großen Industrienationen (G7). Bereits vor Monaten kündigte Gastgeber Emmanuel Macron "beispiellose Sicherheitsvorkehrungen" an.

Der französische Präsident will Ausschreitungen von Gegnern des Gipfels vermeiden. Zu präsent sind die Bilder des G20-Gipfels 2017 in Hamburg. Damals eskalierte die Gewalt. Bei tagelangen Protesten wurden Hunderte Polizisten und Demonstranten verletzt. Auch will Macron unbedingt verhindern, dass es zu Szenen der Gewalt und der Plünderungen kommt - wie zuletzt am Rande von Protesten der "Gelbwesten" um die Jahreswende. Um die Sicherheit der G7-Gäste zu garantieren und Gipfelgegner fernzuhalten, wird Biarritz daher abgeriegelt.

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G7-Gipfel in Biarritz: Ein Badeort wird abgeriegelt

Anlässlich des Treffens Samstag bis Montag, zu dem unter anderem US-Präsident Donald Trump und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) erwartet werden, wird der Flughafen der Stadt für den Linienverkehr geschlossen. Das Gleiche gilt für Bahnhöfe in dem Badeort und in umliegenden Gemeinden, unter anderem in Bayonne. Spezialtechnik zur Abwehr von Drohnen ist im Einsatz.

Tausende Sicherheitskräfte im Einsatz

Nach Angaben von Innenminister Christophe Castaner sind während der drei Gipfeltage ab Samstag rund 13.200 Sicherheitskräfte im Einsatz. Unterstützt werden sie von Antiterrorkräften der Armee. Macron zufolge werden Einsatzkräfte auch in den beiden Nachbarorten Anglet und Bayonne stationiert. In Teilen von Biarritz gilt für die Dauer des Gipfels ein Demonstrationsverbot.

Zudem wird es ähnlich wie beim G20-Gipfel in Hamburg und anderen internationalen Treffen auch in Biarritz zwei Sicherheitszonen geben: Rund um das Tagungszentrum im Luxushotel Hôtel du Palais mit Blick auf den Atlantik richten die Behörden eine scharf kontrollierte "rote Zone" ein. Dort ist Autoverkehr untersagt, nur die Delegationen und andere Befugte werden eingelassen. Auch der Hauptstrand Grande Plage im Zentrum wird für Besucher vollständig gesperrt.

Darüber hinaus gibt es eine "blaue Zone", zu der Autofahrer während des Gipfels nur mit einer speziellen Plakette Zugang haben. Auch Fußgänger müssen eine Berechtigung vorweisen. Betreiber von Restaurants und Geschäften fürchten deshalb massive Einbußen zum Ende der Hauptsaison.

Radikale Gruppen kündigten Gewalt an

Parallel zu dem Gipfeltreffen sind verschiedene Gegendemonstrationen angekündigt. Der Großteil von ihnen will friedlich demonstrieren. Zu einem "Gipfel der Alternativen" an der französisch-spanischen Grenze werden bis zu 12.000 Teilnehmer erwartet.

Radikale Gruppen drohen sogar mit Gewalt. Die französische Polizei nahm am Dienstag fünf Aktivisten vorübergehend fest, die über Onlinenetzwerke zu Angriffen auf Sicherheitskräfte am Rande des Gipfels aufgerufen haben sollen. Vier von ihnen wurden später wieder freigelassen.

asc/AFP



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