Start des G7-Gipfels EU fordert mehr Hilfe in der Flüchtlingskrise

In Japan hat das Treffen der Staatschefs der großen Industrienationen begonnen - mit einem Appell von EU-Ratspräsident Donald Tusk.

Jean-Claude Juncker, Justin Trudeau, Barack Obama, David Cameron, Donald Tusk
AFP

Jean-Claude Juncker, Justin Trudeau, Barack Obama, David Cameron, Donald Tusk


Die internationale Gemeinschaft soll sich nach dem Willen der Europäischen Union stärker an der Bewältigung der Flüchtlingskrise in Europa beteiligen. Zu Beginn des G7-Gipfels im japanischen Ise-Shima forderte EU-Ratspräsident Donald Tusk von den großen Industrienationen mehr Geld für die Versorgung von Flüchtlingen. "Wir erwarten von der Weltgemeinschaft, dass sie Solidarität zeigt und anerkennt, dass es sich um eine globale Krise handelt."

Die Türkei, der Libanon und Jordanien leisteten mit der Aufnahme von Millionen Flüchtlingen einen globalen Dienst - der dann auch von der Weltgemeinschaft finanziert werden müsse. Die G7 müsse bei der Flüchtlingshilfe eine Führungsrolle einnehmen, sagte Tusk. "Wenn wir die Führung bei der Bewältigung der Krise nicht übernehmen, wird das sonst niemand tun."

Der Gruppe sieben führender Industrienationen gehören die USA, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, Italien, Kanada und Japan an. Sie stehen für etwa ein Drittel der Weltwirtschaftsleistung. Tusk nimmt zusammen mit EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker an den Beratungen teil.

Fotostrecke

10  Bilder
G7 in Japan: Politik vor dem Schrein der Sonnengöttin

Zum Auftakt des Treffens besuchten die Staats- und Regierungschefs mit Gastgeber Shinzo Abe den berühmten Ise-Schrein. In dem wichtigsten Heiligtum der japanischen Ur-Religion Shinto wird die Sonnengöttin Amaterasu verehrt.

Anschließend begannen erste Beratungen über die Wirtschaftslage, den Welthandel und die Außenpolitik. Rechtlich bindende Beschlüsse sind von dem Treffen nicht zu erwarten: Die Ergebnisse werden in einer Erklärung veröffentlicht, die dann wegen der politischen und wirtschaftlichen Bedeutung der Gruppe auch Wirkung über die sieben beteiligten Länder hinaus entfalten soll.

Mehr zum Tagungsort, den Sicherheitsvorkehrungen und den bestimmenden Themen beim G7-Gipfel lesen Sie hier. Was die einzelnen Staats- und Regierungschefs bewegt, sehen Sie in dieser Fotostrecke:

aar/dpa/Reuters



© SPIEGEL ONLINE 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.