Gipfel in Biarritz G7-Staaten einigen sich nicht auf gemeinsame Iran-Initiative

Emmanuel Macron hatte beim G7-Gipfel eine gemeinsame Botschaft an Iran angekündigt. Dem widersprach Donald Trump vehement. Nun gibt sich auch Frankreichs Präsident zurückhaltender.

Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron beim G7-Gipfel
DPA/Michael Kappeler

Bundeskanzlerin Angela Merkel und Frankreichs Präsident Emmanuel Macron beim G7-Gipfel


Beim G7-Gipfel in Biarritz sind Gegensätze in der Iran-Politik offen zutage getreten. US-Präsident Donald Trump widersprach der Darstellung von Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron, wonach sich die Gipfelteilnehmer auf eine gemeinsame Botschaft der G7 an Iran unter französischer Vermittlung geeinigt hätten. "Darüber habe ich nicht gesprochen", sagte Trump. Macron stellte daraufhin klar, dass der Gipfel ihm "kein formelles Mandat" für eine Vermittlung erteilt habe.

Mit Blick auf Macrons Dialog-Initiative sagte Trump: "Man kann Leute nicht vom Reden abhalten. Wenn sie reden wollen, sollen sie reden." Der US-Präsident dementierte aber, dass er einer gemeinsamen Botschaft der G7 an den Iran zugestimmt habe.

Damit reagierte er auf eine Äußerung des französischen Präsidenten: Macron zufolge hatten sich die Gipfelteilnehmer bei einem Abendessen am Samstagabend "darauf geeinigt, was wir Iran sagen wollen".

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G7 in Biarritz: Zu Gast bei "Emanuel Macrone"

Macron bemüht sich um Vermittlung im Iran-Konflikt

Nach dem Dementi des US-Präsidenten ruderte Macron etwas zurück: Eine Vermittlungsinitiative im Namen der G7 werde es nicht geben. Die G7 sei nur ein informeller Zusammenschluss, "jeder handelt seiner Rolle entsprechend". Macron betonte zugleich aber, dass sich die G7-Chefs einig gewesen seien in dem Ziel, den Iran vom Besitz von Atomwaffen abzuhalten und eine militärische Eskalation der Spannungen am Golf zu vermeiden.

Der französische Präsident bemüht sich seit Monaten um Vermittlung in dem Konflikt, der sich durch den Ausstieg der USA aus dem internationalen Atomabkommen verschärft hatte. Macron steht in regelmäßigem Kontakt mit seinem iranischen Kollegen Hassan Ruhani. Die Europäer wollen US-Präsident Donald Trump dazu bewegen, von seiner "Politik des maximalen Drucks" auf den Iran abzulassen, um neue Verhandlungen mit dem Land zu ermöglichen.

US-Präsident Trump hatte einseitig das Abkommen mit dem Iran aufgekündigt, das den Iran vom Bau einer Atomwaffe abhalten sollte. Trump argumentiert, das Abkommen sei ineffektiv und bevorzuge einseitig den Iran. Seitdem wachsen die Spannungen um das Land. Die übrigen G7-Staaten wollen das Abkommen retten.

bam/AFP



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