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Bilder vom G7-Gipfel: Oh, wie schön ist Kanada

Foto: CHRISTINNE MUSCHI/ REUTERS

G7-Gipfel Trump sorgt nachträglich für Eklat

Sie hatten sich geeinigt - dann ließ Donald Trump alles doch noch platzen: Nachträglich sagte sich der US-Präsident von der Abschlusserklärung des G7-Gipfels los. Statt dessen drohte er neue Strafzölle an.

Kurz nach Ende des G7-Gipfels ist es doch noch zu einem Eklat gekommen. US-Präsident Donald Trump erklärte nach seiner Abreise von der Tagung am Samstag in einer Reihe wütender Tweets, dass er der verabschiedeten Gipfelerklärung nachträglich seine Unterstützung entziehe. Er habe die Vertreter der USA angewiesen, "das Kommuniqué nicht zu unterstützen".

Trump reagierte damit auf die Ankündigung des kanadischen Premierministers Justin Trudeau nach der Tagung, dass er die bereits vor dem Gipfel angedrohten kanadischen Zölle auf US-Produkte nun doch zum 1. Juli in Kraft setzen wolle. Die geplanten kanadischen Aufschläge sind eine Antwort auf die von Trump verhängten Strafzölle auf Stahl und Aluminium.

Trump beschimpfte Trudeau als "sehr unehrlich und schwach" - eine eklatante Aussage, wo Kanada doch zu den engsten Verbündeten der USA gehört. Trudeau hatte in einer Abschluss-Pressekonferenz zu dem Gipfel in La Malbaie gesagt, die Kanadier seien zwar "höflich und vernünftig, aber wir lassen uns nicht herumschubsen".

"Basierend auf den falschen Aussagen von Justin bei seiner Pressekonferenz und der Tatsache, dass Kanada den amerikanischen Bauern, Arbeitern und Firmen massive Zölle berechnet, habe ich unsere US-Unterhändler angewiesen, die Abschlusserklärung nicht zu unterstützen, und wir werden uns Zölle auf Autos anschauen, die den US-Markt fluten", schrieb Trump.

Gleichfalls über Twitter hielt Trudeaus Amt dagegen, der Ministerpräsident habe nach dem Treffen nichts anderes gesagt als bei den öffentlichen und privaten Unterredungen mit Trump während des Gipfels. Trudeau halte sich weiter an das, was erreicht worden sei. Auch ein EU-Vertreter sagte, man halte sich an das vereinbarte Kommuniqué, dem alle Beteiligten zugestimmt hätten.

Trump schickte seine Tweets offenbar von Bord des Präsidentenjumbos "Air Force One" ab, mit dem er auf dem Weg nach Singapur zum Gipfeltreffen mit dem nordkoreanischen Staatschef Kim Jong Un war. In der ursprünglich von den USA mitgetragenen Gipfelerklärung hatte sich die G7-Staatengruppe zum "fairen" und "freien" Handel und zum Abbau von Zöllen und Subventionen bekannt.

pit/dpa/AP/Reuters

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