Gala-Witze Bush scherzt über sich und Cheney

Ein Kinderbuch als Memoiren und Cheney-Urlaub in Afghanistan - eine Serie kesser Gags hatte US-Präsident George W. Bush beim Galabankett der Rundfunk- und Fernsehjournalisten parat.


Washington - "Vor einem Jahr hatte ich etwa 30 Prozent Zustimmung. ... Damals war die Welt noch in Ordnung", scherzte Bush am Mittwochabend in Washington. Er dankte dem Journalistenverband für das großartige Essen, "und Senator Webb danke ich dafür, dass er mir Sicherheit bietet". Ein Berater von Jim Webb aus Virginia wurde am Montag im Kapitol mit einer Waffe aufgegriffen.

Lachanfall: Entertainer Bush beim Gala-Dinner der Rundfunk- und Fernsehjournalisten
Getty Images

Lachanfall: Entertainer Bush beim Gala-Dinner der Rundfunk- und Fernsehjournalisten

Bush hatte auch einen Scherz dafür parat, dass sein Vizepräsident Dick Cheney dem Galabankett ferngeblieben war: "Er hat mir gesagt, dass er in Afghanistan Urlaub machen will, weil die Menschen ihn dort mögen." Cheney hatte Afghanistan Ende Februar besucht und wurde Zeuge einer Bombenexplosion vor dem US-Stützpunkt, in dem er sich aufhielt. Den Taliban zufolge galt der Anschlag ihm.

Bush ging auch auf die jüngste Kontroverse über die Entlassung von acht Bundesanwälten ein. "Es wird einem klar, dass man etwas falsch gemacht haben muss, wenn die Öffentlichkeit mit Juristen sympathisiert", sagte er. Auf die häufig gestellte Frage, wie er mit der neuen Präsidentin des Repräsentantenhauses, der Demokratin Nancy Pelosi, auskomme, antwortete Bush: "Man sagt ihr nach, sie sei herrisch, sie sei starrköpfig, und man sollte sich nicht mit ihr anlegen - nun ja, mit meiner Mutter komme ich ja auch klar!"

Mit Bezug auf seine Zukunft nach dem Ende seiner Präsidentschaft Anfang 2009 sagte Bush, er werde vielleicht in die Fußstapfen seines Amtsvorgängers Bill Clinton treten und seine Memoiren schreiben. "Ich denke da an etwas wirklich Lustiges und Kreatives. ... Vielleicht ein Kinderbuch mit Pop-ups!" Und der Titel könnte laut Bush zum Beispiel lauten: "Wer hat bei meiner Präsidentschaft die Fäden gezogen?" Oder auch nur: "Dienstags bei Cheney."

Von Ann Sanner, AP



© SPIEGEL ONLINE 2007
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.