Gambia Ex-Präsident Jammeh fliegt ins Exil

Monatelang hat sich der ehemalige Präsident von Gambia geweigert, seine Wahlniederlage anzuerkennen. Jetzt hat Yahya Jammeh den Weg frei gemacht - und eine gewaltsame Eskalation vermieden.
Menschen in Gambia feiern Jammehs Rücktritt

Menschen in Gambia feiern Jammehs Rücktritt

Foto: CARL DE SOUZA/ AFP

22 Jahre lang regierte Yahya Jammeh das westafrikanische Gambia. Nun ist er ins Exil geflogen und hat damit seiner Rücktrittsankündigung Taten folgen lassen. Sein bereits vereidigter Nachfolger Adama Barrow ist somit unangefochtener Staatschef Gambias.

Wohin Jammeh vom Flughafen in der Hauptstadt Banjul geflogen ist, war zunächst nicht bekannt. "Wir glauben, dass er nach Guinea fliegt, aber sicher wissen wir es nicht", sagte Präsident Barrow der Nachrichtenagentur AP. Auch die Nachrichtenagenturen dpa und AFP berichten, Jammeh sei in Begleitung des Präsidenten Guineas, Alpha Condé, Richtung Guinea abgeflogen.

Dem Aufbruch ins Exil war ein monatelanger Machtkampf vorangegangen: Jammeh hatte sich geweigert, seine Niederlage bei der Präsidentschaftswahl Anfang Dezember einzugestehen. Barrow musste daher seinen Amtseid am Donnerstag in der gambischen Botschaft im Nachbarland Senegal ablegen. Erst unter der Drohung einer militärischen Intervention benachbarter Staaten und nach Marathonverhandlungen mit Vertretern anderer westafrikanischer Staaten erklärte er in der Nacht zum Samstag im staatlichen Fernsehen, er habe sich entschlossen, "die Führung des Landes" abzugeben.

Am Flughafen wurde ein roter Teppich für Jammeh ausgerollt, eine kleine Menge von Anhängern hatte sich versammelt. Als er die Stufen zum Flugzeug hinaufstieg, habe er sich noch einmal zu seinen Unterstützern umgedreht, seinen Koran geküsst und ein letztes Mal gewunken, berichtet AP. Mehrere Menschen hätten geweint und gerufen "Geh nicht! Geh nicht!".

kry/AFP/AP/dpa