Machtkampf um Präsidentenamt Senegalesische Truppen marschieren in Gambia ein

In Gambia tobt ein Machtkampf zwischen dem abgewählten Präsidenten Jammeh und dem Wahlsieger Barrow. Nun sollen senegalesische Truppen die politische Situation unter Kontrolle bringen.
Barrow-Anhänger in Senegal

Barrow-Anhänger in Senegal

Foto: STAFF/ REUTERS

Er ist der neu gewählte Präsident Gambias - und doch musste Adama Barrow seinen Amtseid im Nachbarland Senegal ablegen. Sein Vorgänger Yahya Jammeh weigert sich nämlich, seinen Posten zu räumen. Jetzt sind Truppen des Senegals einmarschiert, um die Machtübergabe herbeizuführen. Die Soldaten hätten am Nachmittag die Grenze überquert, sagte Armeesprecher Abdoul Ndiaye laut der Nachrichtenagentur AFP.

Der seit 22 Jahren mit harter Hand regierende Jammeh will nach dem offiziellen Ablauf seiner Amtszeit nicht abtreten. Barrow kann deshalb zunächst nicht zurück in sein Land und musste am Donnerstag seinen Amtseid in der gambischen Botschaft im Senegal ablegen.

Der Uno-Sicherheitsrat hat der Westafrikanischen Wirtschaftsgemeinschaft (Ecowas) Rückendeckung für eine Lösung des Machtkampfs gegeben. Per Resolution unterstützte das Gremium Wahlsieger Barrow als neuen Staatschef. Zugleich drückte der Rat seine "volle Unterstützung" dafür aus, sicherzustellen, dass der Wille des Volkes in Gambia umgesetzt werde. Die von Senegal eingebrachte Resolution wurde einstimmig verabschiedet.

In dem Text ist die Rede davon, dass "zuerst politische Mittel" zur Anwendung kommen sollen, um Jammeh zum Machtverzicht zu bewegen. Die Uno-Vetomacht Russland betonte, es handle sich bei der Maßnahme nicht um eine formelle Autorisierung zum Einsatz militärischer Gewalt. Nicht erwähnt ist in der Resolution etwa Kapitel 7 der Uno-Charta, der Staaten den Einsatz von Gewalt erlaubt.

kry/AFP/dpa
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