Gaza-Abzug Israels Polizei will renitente Siedler in Käfige stecken

Sie sind klein, aus Metall und das neue Drohmittel der israelischen Polizei: In Käfige wollen Sicherheitskräfte widerspenstige Siedler beim Abzug aus dem Gaza-Streifen stecken – die Polizei hat bereits entsprechende Übungen absolviert.


Metallkäfige: Bereits 1982 eingesetzt
AFP

Metallkäfige: Bereits 1982 eingesetzt

Jerusalem - Wie heute aus Polizeikreisen in Jerusalem verlautete, könnten die an Kränen hängenden Käfige zum Einsatz kommen, wenn sich Siedler mit Gewalt der Räumung ihrer Wohnung widersetzten - und sich etwa in den oberen Stockwerken ihrer Häuser verschanzen. Polizisten können dann von außen in die Wohnung eindringen. Das System wurde gestern in einer Übung von den israelischen Sicherheitskräften getestet.

1982 hatte die israelische Armee derartige Käfige schon einmal eingesetzt, als sie Siedler aus einem Turm in der Jamit-Siedlung auf der Sinai-Halbinsel herausholte, die anschließend an Ägypten zurückgegeben wurde. Israel will ab Mitte August 21 Siedlungen im Gaza-Streifen und vier weitere im Westjordanland räumen. Rund 8000 Siedler sind betroffen. Zur Überwachung des Abzugs sollen fast 60.000 Soldaten und Polizisten abgestellt werden.

Training für den Ernstfall: Israelische Sicherheitskräfte testen den Einsatz von Käfigen
REUTERS

Training für den Ernstfall: Israelische Sicherheitskräfte testen den Einsatz von Käfigen

Israelische Siedlerführer kündigten unterdessen an, erneut einen Massenprotest gegen den geplanten Abzug aus dem Gaza-Streifen zu organisieren. Ziel sei es, ungeachtet amtlicher Verbote Zehntausende Protestierer in die Siedlungen im Gaza-Streifen zu bringen, um eine Räumung unmöglich zu machen, hieß es. In den vergangenen Wochen waren etwa 20.000 Demonstranten mit einem Protestmarsch gescheitert, weil die Polizei sie über mehrere Tage blockiert hatte.



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