Gaza AFP-Fotograf aus Geiselhaft befreit

Eine Woche nach seiner Entführung im Gazastreifen ist der AFP-Fotograf Jaime Razuri wieder frei. Palästinensische Sicherheitskräfte übergaben den 50-jährigen Peruaner am Sitz von Palästinenserpräsident Mahmud Abbas in Gaza Vertretern der Nachrichtenagentur Agence France-Presse.


Gaza - Razuri war sichtlich erleichtert: "Es geht mir gut. Ich bin sehr froh, auf freiem Fuß zu sein." Nach Angaben palästinensischer Sicherheitskräfte befand er sich in den vergangenen Tagen in den Händen eines großen Familienclans, der ihn in einem Viertel von Gaza festhielt. Die Hintergründe der Entführung waren unklar.

"Sie haben mich gut behandelt und mir zu Essen gegeben", sagte Razuri weiter. Der Fotograf dankte "allen, die an meiner Freilassung beteiligt waren". Der starke Mann der Fatah-Organisation im Gazastreifen, Mohammed Dahlan, zeigte sich erleichtert über die Freilassung. "Wir haben getan, was unsere Pflicht war", sagte der Vermittler. Der französische Außenminister Philippe Douste-Blazy begrüßte die Freilassung Razuris in einer in Paris veröffentlichten Erklärung und dankte allen daran Beteiligten. Sowohl Palästinenserpräsident Abbas als auch die von der radikalislamischen Hamas geführte Regierung hatten die Entführung verurteilt.

Razuri war am Neujahrstag von vier bewaffneten Männern entführt worden, als er bei der Rückkehr von einer Reportage das AFP-Büro in Gaza betreten wollte. Der peruanische Außenminister José García Belaunde hatte am Mittwoch gesagt, Razuri sei von einer Splittergruppe der radikalislamischen Hamas-Bewegung entführt worden.

Sowohl Frankreich als auch Peru hatten diplomatische Offensiven zur Freilassung Razuris gestartet. Am Donnerstag war der peruanische Vize-Außenminister Gonzalo Guttierez nach Gaza gereist. Noch am Sonntag sollte Razuri in Begleitung peruanischer und französischer Diplomaten Gaza in Richtung Israel verlassen.

In den vergangenen Monaten waren rund 20 Ausländer im Gazastreifen entführt worden, darunter viele Journalisten. Alle kamen nach einigen Tagen wieder unverletzt frei.

reh/AFP



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