Gaza-Flottille Israelische Soldaten entern Hilfsschiff

Kein Durchkommen für die Gaza-Aktivisten: Israels Streitkräfte haben vor der Küste eine Yacht mit Hilfsgütern gestoppt. Soldaten enterten die "Dignité", ohne auf Widerstand zu stoßen.
Französische Yacht "Dignité": 16 Aktivisten und Journalisten an Bord

Französische Yacht "Dignité": 16 Aktivisten und Journalisten an Bord

Foto: DPA/ Israeli Defense Forces

Jerusalem - Die israelische Marine hat im Mittelmeer ein Hilfsschiff mit Kurs auf den Gaza-Streifen abgefangen, Soldaten gingen an Bord. Die pro-palästinensischen Aktivisten auf der französischen Yacht "Dignité" leisteten Berichten zufolge keinen Widerstand.

Das Schiff werde jetzt zum israelischen Hafen Aschdod gebracht, berichtete der Sender al-Dschasira. Die israelische Armee habe angeboten, dass die Hilfsgüter dort ausgeladen werden könnten, sagte eine Sprecherin. Die Marine habe das Schiff mehrfach aufgefordert, vor dem Gaza-Streifen abzudrehen.

Die Aktivisten hatten zuvor berichtet, dass sie von vier israelischen Schiffen begleitet würden. An Bord befinden sich 16 Aktivisten und Journalisten, die mit der Aktion auf die seit 2007 anhaltende Blockade des Gaza-Streifens durch Israel aufmerksam machen wollen.

In den vergangenen Wochen hatten mehrere Schiffe versucht, von Griechenland aus in Richtung Gaza zu fahren. Die griechischen Behörden hatten ihnen jedoch das Auslaufen verweigert. Die "Dignité" ist das bislang einzige Boot aus der Hilfsflotte, das Kurs auf den Küstenstreifen genommen hat. Die anderen Schiffe liegen weiter in Griechenland fest und dürfen nicht auslaufen.

Israel begründet seine Seeblockade gegen das palästinensische Autonomiegebiet mit dem Ziel, Waffenlieferungen an die dort regierende Hamas zu verhindern. Die Palästinenser halten die Abriegelung für rechtswidrig und kritisieren sie als kollektive Bestrafung der 1,5 Millionen Einwohner des Gebiets.

Im vergangenen Jahr waren neun Aktivisten auf einem türkischen Schiff getötet worden, als ein israelisches Kommando gegen eine ähnliche Blockadebrecher-Aktion vorging. Der Vorfall wurde international scharf kritisiert.

kgp/amz/dapd/Reuters/dpa
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.