Gaza Israelis zerstören den Flughafen

Mit Panzern und Bulldozern haben israelische Truppen den internationalen Flughafen von Gaza angegriffen. Israel hatte den palästinensischen Airport wiederholt aus Sicherheitsgründen geschlossen.

Jerusalem/Gaza - Die Soldaten drangen nach Angaben von palästinensischen Sicherheitskreisen mit den Panzern und Bulldozern auf das Flugfeld vor und rissen die dreieinhalb Kilometer lange Landebahn auf. Mehr als zehn Bulldozer seien an dem Einsatz beteiligt gewesen.

Die Palästinenser-Regierung hatte den Flughafen von Gaza nach einer Vereinbarung mit Israel im Jahr 1998 eröffnet. Die Zuständigkeit für die Sicherheit teilt sie sich mit Israel. Israel hat den Flughafen wiederholt nach Anschlägen oder eigenen Angaben zufolge aus Sicherheitsgründen geschlossen. Nach einer Anschlagsserie im Dezember hatte die Armee bereits Teile der Landebahn aufgerissen.

Der nächtliche Militäreinsatz auf dem Airport war bereits der zweite in Folge. Schon in der Nacht zum Donnerstag waren Soldaten mit Panzern und Planierraupen nach Rafah im südlichen Gaza-Streifen vorgedrungen und hatten dort nach palästinensischen Angaben mehr als 70 Wohnhäuser zerstört.

Mit der groß angelegten Strafmaßnahme reagierte Israel auf einen blutigen Überfall der radikal-islamischen Hamas-Gruppe auf einen Militärstützpunkt, bei dem am Mittwoch vier israelische Soldaten getötet worden waren. Hamas hatte mit der Attacke eine dreiwöchige Phase relativer Ruhe beendet.

Scharon: Arafat bleibt unter Hausarrest

Der israelische Ministerpräsident Ariel Scharon kündigte weitere Strafmaßnahmen gegen die Autonomiebehörde an. Wegen des Versuchs, Waffen in die Palästinensergebiete zu schmuggeln, werde seine Regierung "über Schritte und Wege zur Bestrafung" entscheiden, sagte Scharon nach einem Bericht der israelischen Tageszeitung "Haaretz" (Onlineausgabe) bei einem Treffen mit Likud-Aktivisten. Außerdem werde man Arafat so lange unter Hausarrest in Ramallah festhalten, bis die Mörder des israelischen Tourismusministers Rechawam Seewi gefasst seien. "Selbst wenn er (Arafat) dort Jahre zubringen müsste, dann wird er dort eben für Jahre festsitzen", sagte Scharon.

Mehr lesen über
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.