Überraschende Einigung zwischen Israel und Hamas Waffenruhe in Gaza tritt in Kraft

Für 72 Stunden sollen in Israel und im Gaza-Streifen die Waffen ruhen. Delegationen beider Parteien wollen sich in Kairo zu Verhandlungen treffen. Ziel ist ein dauerhafter Waffenstillstand.
Überraschende Einigung zwischen Israel und Hamas: Waffenruhe in Gaza tritt in Kraft

Überraschende Einigung zwischen Israel und Hamas: Waffenruhe in Gaza tritt in Kraft

Foto: Lefteris Pitarakis/ AP/dpa

Tel Aviv - Israel und die palästinensische Hamas haben sich auf eine Waffenruhe für drei Tage geeinigt. Sie gilt seit Freitagmorgen um sieben Uhr deutscher Zeit. Die Uno und die USA luden Vertreter der Konfliktparteien zu Verhandlungen über einen dauerhaften Waffenstillstand in Kairo ein, díe umgehend beginnen sollen.

Weder Israel noch die USA werden sich jedoch direkt an einen Tisch mit den Vertretern der Hamas setzen.

US-Außenminister John Kerry und Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon hatten Israel und die Hamas aufgefordert, sich schon vor Beginn des Waffenstillstandes zurückzuhalten. Während der Feuerpause "werden die Zivilisten in Gaza dringend benötigte humanitäre Hilfe erhalten" und die "Gelegenheit, lebenswichtige Arbeiten auszuführen", sagte Kerry.

Der US-Außenminister nannte die Bestattung von Toten, Versorgung von Verletzten und die Aufstockung von Lebensmittelvorräten. Zudem könnten während der humanitären Waffenruhe wichtige Reparaturarbeiten an Energie- und Wasserversorgung für die Bevölkerung erledigt werden.

Angriffe auf Tunnel "mit oder ohne Waffenruhe" angekündigt

Die israelischen Bodentruppen werden sich in der Zeit des Waffenstillstandes nicht zurückziehen. Regierungschef Benjamin Netanjahu hatte zuvor angekündigt, die Armee werde "mit oder ohne Waffenruhe" die Tunnel der Hamas vollständig zerstören.

Die USA hatten Israels Vorgehen ungewöhnlich scharf kritisiert. "Der Granatangriff auf eine Uno-Einrichtung, in der unschuldige Zivilisten Schutz vor der Gewalt gesucht haben, ist absolut inakzeptabel und nicht zu rechtfertigen", sagte ein Regierungssprecher.

Seit Beginn der israelischen Offensive am 8. Juli wurden laut palästinensischen Rettungskräften fast 1440 Palästinenser im Gazastreifen getötet, auf israelischer Seite starben 56 Soldaten und drei Zivilisten.

isa/Reuters/AFP