Gaza-Konflikt Israel und Hamas verhandeln über Waffenstillstand

Zwischen Israel und der Hamas zeichnet sich eine längere Feuerpause ab. Ein israelischer Regierungssprecher sagte, man habe sich bereits mit der islamistischen Organisation darauf geeinigt. Ein Minister widersprach jedoch.
Israelischer Soldat am Gazastreifen: Erneute Feuerpause möglich

Israelischer Soldat am Gazastreifen: Erneute Feuerpause möglich

Foto: BAZ RATNER/ REUTERS

Gaza/Jerusalem - Israel und die islamistische Hamas verhandeln über einen Waffenstillstand. Das teilte ein israelischer Regierungsvertreter mit, der nicht namentlich genannt werden wollte. Die Feuerpause solle am Freitagmorgen in Kraft treten.

Ein israelischer Minister sagte der Zeitung "Haaretz", es gebe Fortschritte bei den Verhandlungen, eine Einigung stehe aber noch aus. Hochrangige Mitglieder der palästinensischen Milizen Hamas und Islamischer Dschihad äußerten sich ähnlich. "Es gibt anhaltende Bemühungen, aber bis jetzt keine Einigung", sagte Hamas-Sprecher Sami Abu Suhri in Gaza.

Beide Seiten hatten sich bereits auf eine mehrstündige Feuerpause am Donnerstag geeinigt. Der Uno-Nahost-Gesandte Robert Serry hatte den zeitweisen Waffenstillstand angeregt, damit sich die Menschen im umkämpften Gazastreifen mit Hilfsgütern und Lebensmitteln versorgen und in Krankenhäusern behandeln lassen können.

Israels Armee betonte jedoch, man werde entschlossen antworten, wenn militante Palästinenser während der vereinbarten Feuerpause Raketen abfeuern sollten. Die Einwohner der Ortschaften Beit Lahia und Sadschaija seien weiterhin aufgefordert, ihre Häuser zu räumen. Als Israel zuletzt einer Waffenruhe einseitig zugestimmt hatte, beschoss die Hamas das Land weiter mit Raketen - bis auch Israel wieder Luftschläge veranlasste.

Israel und die Hamas liefern sich seit dem 8. Juli eine militärische Konfrontation, bei der es nach palästinensischen Angaben insgesamt mehr als 230 Tote gab - darunter mindestens 48 Kinder. Mehr als 1600 Palästinenser wurden den Informationen zufolge bislang verletzt.

kes/AFP/Reuters