Gaza-Konflikt Israel lehnt Kerry-Plan für Waffenstillstand ab

Rückschlag für den Vermittlungsprozess im Gaza-Konflikt: Israel hat den vom US-Außenminister vorgeschlagenen Plan für eine Waffenruhe abgelehnt. Doch John Kerry bleibt optimistisch.
Israelischer Panzer an der Grenze zum Gazastreifen: Kämpfe werden weitergehen

Israelischer Panzer an der Grenze zum Gazastreifen: Kämpfe werden weitergehen

Foto: Atef Safadi/ dpa

Tel Aviv/Washington - Die Kämpfe zwischen israelischem Militär und Hamas-Kämpfern gehen weiter. Israel hat eine von US-Außenminister John Kerry vorgeschlagene Waffenruhe abgelehnt. Diese Entscheidung sei einstimmig vom Sicherheitskabinett des Landes getroffen worden, hieß es in dem Bericht des israelischen Staatsfernsehens.

Damit ist der Plan für eine Waffenruhe aber noch nicht vom Tisch. "Das endgültige Gerüst haben wir noch nicht, aber wir hören nicht auf, daran zu arbeiten", sagte Kerry am Freitagabend in Kairo. Es habe ernsthafte Fortschritte bei den Verhandlungen gegeben. Die militanten Palästinenser in Gaz reagierten zunächst nicht offiziell nicht auf den Vorschlag der USA.

Kerrys Plan sieht eine siebentägige Feuerpause vor. In dieser Zeit sollten Israel und die radikalislamische Palästinenserorganisation Hamas unter ägyptischer Vermittlung Gespräche über eine längerfristige Friedenslösung aufnehmen. Von der Waffenruhe ausgenommen wären israelische Einsätze zur Zerstörung der Tunnel der Hamas gewesen, die für Terrorzwecke gebaut worden sein sollen. Die Zerstörung dieses Tunnelsystems ist das erklärte Ziel von Israels Bodenoffensive, die vor gut einer Woche begonnen hat.

Trotz der Verhandlungen mit Kerry waren die Kämpfe am Freitag den 18. Tag in Folge in unverminderter Härte fortgesetzt worden. Die Palästinenser beklagen mehr als 800 Tote, die Israelis 30 Opfer.

Bei dem folgenreichsten israelischen Angriff am Donnerstag starben in einer Uno-Schule voller Flüchtlinge nach palästinensischen Angaben mindestens 16 Menschen. Mehr als 200 Schutzsuchende seien in dem Gebäude in Beit Hanun im nördlichen Gazastreifen verletzt worden. In der Schule des Uno-Flüchtlingshilfswerks UNRWA hatten etwa 1200 Menschen Schutz gesucht. Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon verurteilte den Angriff scharf. Unter den Opfern seien Kinder, Frauen und Uno-Mitarbeiter, sagte er in New York.

Israels Armee spricht von einem "Fehlschuss" auf die Uno-Schule, entweder durch die eigenen Streitkräfte oder die Hamas.

jbe/AFP/Reuters
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