Gaza-Krieg Uno hält Israel und Palästinensern Rechtsverletzungen vor

Im Gaza-Krieg kamen im vergangenen Jahr mehr als 2000 Menschen ums Leben, die meisten von ihnen waren Zivilisten. Ein neuer Uno-Untersuchungsbericht kritisiert Israel und die Palästinenser.

Rauch über Gaza: Uno-Bericht wirft beiden Kriegsparteien Fehler vor
DPA

Rauch über Gaza: Uno-Bericht wirft beiden Kriegsparteien Fehler vor


Genf - Israel, aber auch die Palästinenser werden im Bericht einer Uno-Kommission für ihr Verhalten während des Gaza-Krieges von 2014kritisiert. Beide Seiten hätten massiv gegen fundamentale Rechte der Zivilisten verstoßen, geht aus dem Report vor, der am Montag in Genf vorgestellt wurde.

Während der 50-tägigen Kämpfe waren 2250 Palästinenser getötet worden, darunter 1400 Zivilisten. Auf israelischer Seite starben mehr als 70 Menschen, unter ihnen waren sechs Zivilisten.

Israel habe seine Attacken auch dann noch unvermindert fortgesetzt, als die enorme Zerstörung ziviler Infrastruktur und die hohe Zahl ziviler Opfer deutlich geworden seien. Aber auch die Palästinenser hätten sich oft rücksichtslos gegen die Zivilbevölkerung verhalten. Generell beklagen die Ermittler, dass die von beiden Seiten eingesetzten Gremien zur Aufklärung von Kriegsverbrechen ihre Aufgaben nur mangelhaft erledigten.

Das umfassende Aufdecken der Verantwortlichkeiten sei aber "ein Schlüsselfaktor für die Frage, ob Palästinensern und Israelis eine weitere Runde von Feindseligkeiten und Verletzungen internationalen Rechts künftig erspart bleibt", heißt es in der 34-seitigen Zusammenfassung des Berichts.

als/dpa



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