Gaza-Streifen Fünf Menschen sterben bei israelischem Raketenangriff

Die israelische Armee hat die schwersten Angriffe seit dem Gaza-Krieg gestartet. Dabei kamen mindestens fünf Palästinenser ums Leben. Zuvor war ein Schulbus in Israel getroffen worden. Die Regierung in Jerusalem setzt zudem ein neues Raketenabwehrsystem ein.

Rauchwolke über Rafah: Luftangriffe und Panzerbeschuss der israelischen Armee
AFP

Rauchwolke über Rafah: Luftangriffe und Panzerbeschuss der israelischen Armee


Jerusalem - Die Auseinandersetzungen im Gaza-Streifen werden immer heftiger. Nach einem Raketenangriff hat Israel mit der bislang schärfsten militärischen Vergeltung seit dem Gaza-Krieg zum Jahreswechsel 2009 reagiert. Dabei wurden mindestens fünf Palästinenser getötet und mehr als 30 weitere teils schwer verletzt, wie Sanitäter mitteilten. Zuvor hatte eine Rakete aus dem Gaza-Streifen einen Schulbus im Süden Israels getroffen, dabei gab es zwei Verletzte.

Israelische Truppen flogen daraufhin Luftangriffe, Panzer eröffneten das Feuer über die Grenze. Eines der Todesopfer war nach palästinensischen Angaben ein 50-jähriger Zivilist, der vor seinem Haus getroffen wurde. Bei den anderen handelt es sich um drei Extremisten und einen Polizisten der radikalislamischen Hamas. Vier Menschen seien schwer verletzt worden, erklärten die palästinensischen Gesundheitsbehörden.

Zum Zeitpunkt des Raketenangriffs in Südisrael waren Sanitätern zufolge nur der Fahrer und ein 16 Jahre alter Passagier in dem Bus. Der Jugendliche erlitt schwere Kopfverletzungen. Zu dem Angriff bekannte sich zunächst niemand. Der israelische Verteidigungsminister Ehud Barak machte die Hamas verantwortlich.

Gegen weiteren Beschuss setzt Israel ein neu entwickeltes Raketenabwehrsystem. Am Donnerstag wurden erstmals zwei Geschosse abgefangen. Das erklärte der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu am Donnerstag zu Beginn seines zweitägigen Prag-Besuchs. Er wolle aber bei seiner Bevölkerung keine falschen Hoffnungen wecken, denn das System "Iron Dome" könne nicht jede Rakete und jedes Projektil abfangen, sagte Netanjahu.

jok/AFP/dpa



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