Gaza-Streifen Hunderte Palästinenser stürmen Grenze nach Ägypten

Dramatische Ereignisse am Grenzübergang zwischen Ägypten und dem Gaza-Streifen: Palästinenser kidnappten einen Bulldozer und brachen nach Ägypten durch. Bei anschließenden Gefechten wurde ein ägyptischer Soldat getötet.


Das Bombardement des Gaza-Streifens durch Israels Luftwaffe erhöht den Druck auf die Grenze zwischen dem Gaza-Streifen und Ägypten. Am Sonntag unternahmen Palästinenser mehrmals den Versuch, die Absperrungen gewaltsam zu durchbrechen. Dabei gab es chaotische Szenen und mindestens einen Todesfall.

Hilfslieferungen aus Ägypten: Chaos an der Grenze nach Gaza
AP

Hilfslieferungen aus Ägypten: Chaos an der Grenze nach Gaza

Der Sturm auf die Grenze begann kurz nachdem israelische Kampfjets Angriffe gegen Schmuggel-Tunnel starteten, die unterhalb der offiziellen Grenze verlaufen. An mindestens fünf Stellen entlang der 14 Kilometer langen Grenze gelang der Ausbruch. Allerdings zog Ägypten sofort 300 Grenzpolizisten zusammen, um die Lücken wieder zu schließen.

An einer Stelle brachten Palästinenser einen Bulldozer in ihre Gewalt, um damit Hindernisse aus dem Weg zu räumen. Augenzeugen zufolge gelang so Hunderten die Flucht aus dem Gaza-Streifen.

Allerdings kam es auch zu Feuergefechten zwischen ägyptischen Sicherheitskräften und Palästinensern. Ein ägyptischer Offizier wurde dabei getötet.

Die Ägypter schlossen den Grenzübergang wieder, nachdem mehrere Lastwagen mit medizinischen Hilfsgütern in den Gaza-Streifen gefahren waren, berichtete ein ägyptischer Arzt.

Die ägyptische Weigerung, die Grenze zu öffnen, wurde heute bei Protesten in der gesamten arabischen Welt kritisiert. Der Chef der libanesischen Hisbollah-Miliz, Hassan Nasrallah, rief dazu auf, den Druck auf Ägypten zu erhöhen.

yas/AP



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