Gaza-Streifen Israels Luftwaffe setzt Angriffe fort

Israel hat in der Nacht seine Angriffe gegen militante Palästinensergruppen im Gaza-Streifen fortgesetzt. Kampfhubschrauber feuerten Raketen auf Gaza und Chan Junis im südlichen Gaza-Streifen.

Gaza - In Bet Chanun sei bei einem der Angriffe eine Palästinenserin von einem Raketensplitter am Kopf verletzt worden, berichteten Augenzeugen. Nach Angaben der israelischen Armee griff die Luftwaffe im Gaza-Streifen vier Gebäude an, die zur Herstellung und Lagerung von Waffen dienten. Im Westjordanland nahmen Soldaten in der Nacht weitere 50 mutmaßliche Mitglieder der radikalen Gruppen Hamas und Islamischer Dschihad fest.

Hamas hatte gestern Abend die Einstellung aller Angriffe auf Israel vom Gaza-Streifen aus angekündigt. Der Islamische Dschihad kündigte hingegen Vergeltungsschläge an, nachdem der Chef des militärischen Dschihad-Flügels, Mohammed Khalil, bei einem israelischen Raketenangriff auf sein Auto in Gaza-Stadt getötet wurde. Man fühle sich der Waffenruhe nicht mehr verpflichtet, teilte die Gruppe mit. Die Armee hatte zwei Wochen nach dem israelischen Abzug aus dem Gaza-Streifen wegen palästinensischer Raketenangriffe auf den Süden Israels am Sonntag eine Offensive begonnen.

Die neue Gewalt stellt das für Sonntag geplante Treffen zwischen dem israelischen Ministerpräsidenten Ariel Scharon und Palästinenserpräsident Mahmud Abbas in Frage. Aus Protest gegen die Raketenangriffe von radikalen Palästinensern aus dem Gaza-Streifen auf israelisches Territorium habe Israel ein Vorbereitungstreffen abgesagt. Daraufhin hätten die Palästinenser die Begegnung generell in Frage gestellt. "Unter diesen Umständen ist es sehr wahrscheinlich, dass das Treffen abgesagt wird", sagte der Mitarbeiter.

Ursprünglich war vorgesehen, dass sich Abbas und Scharon am 2. Oktober treffen. Es wäre die erste Begegnung der beiden Politiker seit Israels Rückzug aus dem Gaza-Streifen.

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