Gaza-Streifen Jüdische Siedler sollen an die Küste ziehen

Israels Regierung hat den Siedlern im Gaza-Streifen offiziell angeboten, an die Küste südlich von Tel Aviv zu ziehen. Aus Protest gegen die Abzugspläne von Ministerpräsident Ariel Scharon war Minister Natan Scharanski zurückgetreten.


Tel Aviv - Justizministerin Zippi Livni habe bei einem Treffen mit Siedlern aus Gusch Katif den kollektiven Umzug aus dem Gaza-Streifen an die Küste südlich von Tel Aviv vorgeschlagen, berichteten israelische Medien. In den Dünen von Nizanim sollen vier neue Ortschaften entstehen. Man erwarte nun von den Siedler-Vertretern bis zum 10. Mai eine endgültige Entscheidung über das Angebot.

Vor einem Monat hatten sich einige Repräsentanten der israelischen Siedler erstmals grundsätzlich zu einem gemeinsamen Umzug nach Nizanim bereit erklärt. Andere Siedlergruppen aus dem Gaza-Streifen lehnten dies jedoch ab.

Scharon will im Sommer insgesamt 25 Siedlungen in den Palästinensergebieten räumen lassen. Davon liegen 21 im Gaza-Streifen und gehören überwiegend zum Gusch-Katif-Block. Aus Protest gegen Scharons Pläne war Jerusalem-Minister Scharanski aus dem Kabinett zurückgetreten. Er könne nicht länger Mitglied einer Regierung sein, deren Politik er kategorisch ablehne, begründete Scharanski seinen Rückzug in einem offenen Brief an Scharon. Der Abzugsplan sei ein tragischer Fehler. "Er wird den Konflikt mit den Palästinensern noch weiter anheizen, den Terrorismus fördern und die Chancen auf einen dauerhaften Frieden reduzieren."



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