Gaza-Streifen Noch 30 Raketen auf Israel - dann begann der Waffenstillstand

Bis zuletzt flogen die Raketen, bis zuletzt wurde getötet - doch am Morgen ist ein Waffenstillstand zwischen Israel und der radikalislamischen Hamas im Gaza-Streifen in Kraft getreten. Skeptiker bezweifeln, ob er die vereinbarten sechs Monate halten wird.


Jerusalem/Gaza - Militante Palästinenser hätten den Beschuss Israels bereits seit Mitternacht eingestellt, sagte ein Armeesprecher am Morgen in Tel Aviv. Um sechs Uhr Ortszeit - fünf Uhr in Deutschland - trat der Waffenstillstand offiziell im Kraft.

Zuvor jedoch feuerten die Militanten nach israelischen Angaben noch mehr als 30 Raketen sowie zehn Granaten auf Israel ab. Palästinensische Sanitäter meldeten am frühen Morgen, israelische Soldaten hätten kurz vor Beginn der Waffenruhe noch einen Palästinenser im Gaza-Streifen getötet. Unklar war zunächst, ob der Mann durch Schüsse aus der Luft oder vom Boden aus getroffen wurde.

Die unter ägyptischer Vermittlung ausgehandelte Waffenruhe wird vorerst ein halbes Jahr gelten. Als nächsten Schritt soll Israel dann vom kommenden Sonntag an schrittweise die Blockade des Gaza-Streifens lockern. Damit werden 1,4 Millionen Palästinenser seit Monaten erstmals wieder mit großen Mengen an Nahrungsmitteln, Baustoffen, Rohmaterialien, Treibstoff und Konsumgütern versorgt.

Israels Ministerpräsident Ehud Olmert hatte wenige Stunden vor Beginn der Waffenruhe noch vor zu großen Erwartungen gewarnt. Die Waffenpause sei sehr brüchig und könne von sehr kurzer Dauer sein, weil sich Hamas und andere Terrororganisationen nicht geändert hätten, sagte Olmert. Er habe deshalb die Armee angewiesen, für den Fall eines Bruchs der Waffenruhe bereit zu sein. Olmert dankte auch Ägypten für die Vermittlung. Präsident Husni Mubarak sei Israels wichtigster Partner bei der Herstellung von Ruhe, Stabilität und Frieden im Nahen Osten.

asc/AP/dpa/AFP



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