Gazakonflikt Palästinensische Extremisten stoppen Raketenangriffe auf Israel

Die Palästinensergruppe Islamischer Dschihad hatte Israel mit Raketen beschossen, die israelische Luftwaffe antwortete mit Bombardierungen. Nun wurde eine Feuerpause vereinbart.

Sderot, Südisrael
JIM HOLLANDER/EPA-EFE/REX/Shutterstock

Sderot, Südisrael


Palästinensische Extremisten im Gazastreifen haben einen Stopp ihrer Raketenangriffe auf Israel angekündigt. Die Feuerpause solle ab sofort gelten und sei auf Vermittlung Ägyptens zustandegekommen, sagte ein Sprecher der Palästinensergruppe Islamischer Dschihad.

Die Gruppe werde sich daran halten, wenn Israel das gleiche tue, sagte er weiter. Bis zum Samstagabend hatte die Gewalt nachgelassen; es gab keine weiteren Berichte über palästinensische Raketenstarts oder israelische Luftangriffe in Gaza.

Mehr als 30 Raketen wurden seit Freitag aus dem Küstenstreifen auf Israel abgefeuert, nachdem bei gewaltsamen Protesten an der Grenze vier Palästinenser von israelischen Soldaten getötet worden waren. Ein fünfter Palästinenser starb am Samstag an den Folgen seiner Verletzungen. Als Reaktion auf die Raketenangriffe bombardierte Israels Luftwaffe in der Nacht mehr als 80 Ziele in dem Küstenstreifen, wie die Armee mitteilte.

Die Gewalt hatte die Sorge vor einem neuen Krieg genährt. Die militärischen Flügel mehrerer palästinensischer Gruppierungen, darunter auch der im Gazastreifen herrschenden Hamas, hatten am Freitag in einer gemeinsamen Stellungnahme ihre Bereitschaft zum Krieg erklärt. Ägypten bemüht sich seit Monaten, eine Waffenruhe zwischen Israel und der Hamas zu vereinbaren.

Armeesprecher Jonathan Conricus warf dem Islamischen Dschihad vor, auf Anweisungen Syriens und der iranischen Revolutionsgarden zu handeln. Israels Antwort werden "nicht geografisch eingeschränkt" sein, sagte er, offenbar als Warnung an syrische und iranische Kräfte. Der Islamische Dschihad ist eine kleinere militante Gruppierung im Gazastreifen. Conricus betonte jedoch, man sehe die in dem Palästinensergebiet herrschende Hamas als verantwortlich "für alles, was aus Gaza kommt".

Seit März protestieren jede Woche Palästinenser an der Grenze zu Israel gegen die Blockade des Gazastreifens und fordern die Rückgabe besetzter Gebiete. Dabei wurden nach palästinensischen Angaben bislang 213 Bewohner des Palästinensergebiets getötet. Ein israelischer Soldat wurde von einem palästinensischen Heckenschützen erschossen. Israel wirft den Demonstranten die Verletzung der Grenze und Angriffe auf Soldaten vor.

mal/Reuters/dpa



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