Gazastreifen Grenzübergang zu Ägypten geöffnet

Zum ersten Mal seit zehn Jahren ist die Grenze zwischen Ägypten und dem Gazastreifen unter der Kontrolle der palästinensischen Autonomiebehörde. Die hat den Übergang nun geöffnet - vorerst.
Palästinenser warten auf die Grenzöffnung

Palästinenser warten auf die Grenzöffnung

Foto: MAHMUD HAMS/ AFP

Die Entspannung zwischen den beiden größten Palästinensergruppen Fatah und Hamas trägt offenbar Früchte. Erstmals seit zehn Jahren wurde der Grenzübergang Rafah vom Gazastreifen nach Ägypten geöffnet, der seit Kurzem wieder unter der Kontrolle der Palästinensischen Autonomiebehörde steht.

Anfang des Monats hatte die Hamas die Kontrolle über den Grenzübergang abgegeben. Statt bewaffneter Kräfte der radikalislamischen Gruppe sollen dort nun Sicherheitskräfte der Fatah-geführten Palästinenserbehörde die Grenze bewachen.

Die palästinensische Nachrichtenagentur Maan bestätigte, dass Grenzschützer von Präsident Mahmoud Abbas in Rafah präsent seien. Rafah im Süden Gazas ist der einzige nicht von Israel kontrollierte Zugang zum Gazastreifen. Er soll nun zunächst für drei Tage offen bleiben.

Die radikalislamische Hamas hatte die Parlamentswahl 2006 gewonnen und ein Jahr später Abbas' gemäßigtere Fatah gewaltsam aus dem Gazastreifen vertrieben. Abbas regierte seither mit seiner Fatah nur im von Israel kontrollierten Westjordanland. Nach vielen vergeblichen Anläufen vereinbarten Hamas und Fatah am 12. Oktober in der ägyptischen Hauptstadt Kairo schließlich ein Versöhnungsabkommen. Ziel ist eine einheitliche Herrschaft im Gazastreifen und im Westjordanland.

Der Gazastreifen ist mit 360 Quadratkilometern Fläche nur etwa halb so groß wie Hamburg, die meisten Menschen dort leben in großer Armut. Israel, EU und USA stufen die Hamas als Terrororganisation ein. Der Gazastreifen wird von Israel und Ägypten weitgehend blockiert.

kry/dpa
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