Gazastreifen Hamas richtet drei Palästinenser hin

Die Hamas hat im Gazastreifen mehrere Todesurteile vollstreckt - ohne die Zustimmung von Palästinenserpräsident Abbas.


Trotz heftiger Kritik von Menschenrechtsorganisationen hat die radikalislamische Hamas drei Palästinenser hingerichtet. Die Männer wurden am frühen Dienstagmorgen in einem Gefängnis im Gazastreifen exekutiert, teilte das Innenministerium der Hamas mit. Sie waren wegen Mordes in drei unterschiedlichen Fällen verurteilt worden.

Eigentlich muss Präsident Mahmoud Abbas zustimmen, wenn in den Palästinensergebieten Todesstrafen vollstreckt werden sollen. Seit 2014 bilden die Hamas und Abbas' Fatah-Partei eine Einheitsregierung für das Westjordanland und den Gazastreifen. Die Hamas hat aber de facto die Kontrolle über Gaza behalten; sie erkennt Abbas' Autorität nicht an - und tötete die Männer ohne seine Zustimmung.

Fatah spricht von einem Verbrechen

Die palästinensische Autonomiebehörde in Ramallah verurteilte die Hinrichtungen als ungesetzlich. Ein Sprecher der Fatah sagte, sie seien "ein Verbrechen" und würden die Spaltung zwischen den beiden Gruppen vertiefen. "Es ist ein klares Zeichen der Hamas, dass sie die nationale Einheit ablehnt und sich nicht um palästinensisches Recht kümmert."

Der Uno-Sondergesandte für den Nahen Osten, Nikolai Mladenow, hatte bereits vergangene Woche dafür plädiert, die Hinrichtungen nicht zu vollziehen. Palästinensische und internationale Menschenrechtsorganisationen verurteilten das Vorgehen der Hamas.

sos/AP/AFP/dpa/Reuters

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