Gaza-Aktivisten Israelische Marine fängt Frauenschiff ab

Ein Segelboot mit Friedensaktivistinnen wollte die Blockade des Gazastreifens durchbrechen, Israels Marine hat sie aufgebracht. Das Schiff mit den Frauen wird nun nach Israel geschleppt.

Einwohner von Gaza erwarten das Frauenschiff
AFP

Einwohner von Gaza erwarten das Frauenschiff


Vorzeitiges Ende einer feministischen Friedensfahrt: Ein mit rund 15 Aktivistinnen besetztes Solidaritätsschiff für den Gazastreifen ist von der israelischen Marine gestoppt worden.

Wie das israelische Militär am Mittwoch mitteilte, wurde das Segelboot "Saytun" (Olive) rund 35 Seemeilen vor der Küste des abgeriegelten Palästinensergebiets aufgehalten und umgeleitet. Dies sei geschehen, um zu verhindern, dass das Schiff die "legale Blockade" des Gebiets durchbreche, hieß es.

Die israelische Armee erklärte weiter, das Schiff sei "ohne Zwischenfälle" durchsucht worden. Bevor das Schiff gestoppt wurde, habe die Marine die Besatzung aufgefordert, ihren Kurs zu ändern, erklärte das Militär. Das aber hätten die Aktivistinnen verweigert. Einer Sprecherin der Initiative zufolge brach allerdings der Kontakt zur Besatzung ab. Offenbar sei die Kommunikation gestört, sagte die Aktivistin Claude Léostic. Laut Armee sollen Boot und Besatzung in den israelischen Hafen von Aschdod gebracht werden.

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Segeln für Gaza: Im Frauenschiff gegen die Blockade

Das Schiff hatte am Mittwochmorgen die 100-Meilen-Grenze vor der Küste des Gazastreifens passiert. Es ist Teil der Protestaktion einer spanischen Friedensinitiative, die unter dem Motto "Rumbo a Gaza" ("Frauenschiff nach Gaza") Mitte September von Barcelona aus zum Gazastreifen aufgebrochen war.

Versuche, die Blockade um Gaza zu durchbrechen, sind bereits früher gescheitert, teils mit dramatischem Ausgang: 2010 wurden zehn türkische Aktivisten getötet, als ein israelisches Kommando eine solche Hilfsflotte aufhielt, die versuchte, auf dem Seeweg zu den 1,9 Millionen eingeschlossenen Palästinensern zu gelangen.

Der Außenhandel des Gazastreifens ist laut Weltbank und Uno praktisch zum Erliegen gekommen. Durch die Gaza-Blockade müssten "nicht nur die Palästinenser leiden", sagte die Israelin Zohar Chamberlain, eine der Organisatorinnen der in Barcelona gestarteten Segler.

cht/AFP



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