Gazastreifen Mehrere Palästinenser bei Zusammenstößen an Grenze getötet

Bei Protestesten an der Grenze zwischen Israel und dem Gazastreifen sind sechs Palästinenser ums Leben gekommen. Die israelische Armee erklärte, bei Demonstrationen "Angreifer" erschossen zu haben.

Proteste am Gazastreifen
REUTERS

Proteste am Gazastreifen


Seit März sind bereits mehr als 200 Palästinenser und ein israelischer Soldat ums Leben gekommen: Nun kam es erneut zu tödlichen Zusammenstößen an der Grenze zwischen Israel und dem Gazastreifen. Das Gesundheitsministerium des von der radikalislamischen Hamas-Organisation regierten Gazastreifens sprach von sechs getöteten Palästinensern. Weitere 60 Palästinenser erlitten nach Angaben eines Ministeriumssprechers Verletzungen, darunter auch zehn Minderjährige.

Demnach wurden sie getötet, als die Soldaten auf Tausende Demonstranten schossen, die sich der Grenze zu Israel näherten.

Israels Armee teilte mit, sie habe "Angreifer" erschossen. Deren Zahl nannte sie nicht. Die Palästinenser seien an der Grenze des Gazastreifens über einen Sicherheitszaun geklettert, hatten einen Sprengsatz gezündet und dadurch einen Teil der Befestigung in Brand gesteckt. Sie seien erschossen worden, als sie sich einem israelischen Grenzposten genähert hätten. Nach Armeeangaben versammelten sich am Freitag rund 14.000 Palästinenser an verschiedenen Abschnitten der Grenze.

Hamas verschärfte wieder Protest

Seit Ende März gibt es an der Grenze zwischen der palästinensischen Enklave und Israel regelmäßig gewaltsame Proteste, auf die das israelische Militär mit Beschuss reagiert.

Die Demonstranten fordern die Aufhebung der von Israel vor mehr als zehn Jahren verhängten Blockade des Gazastreifens und die Rückkehr von Palästinensern auf ihr Land, das sie bei der Gründung des Staates Israel 1948 aufgrund von Vertreibung oder Flucht verließen.

Die Hamas hatte diese Protestaktionen zuletzt wieder verschärft, nachdem Bemühungen um eine Waffenruhe mit Israel unter ägyptischer Vermittlung gescheitert waren.

Israel rechtfertigt die Abriegelung des dicht besiedelten Palästinensergebiets zu Lande, zu Wasser und in der Luft mit der Notwendigkeit, die Hamas in Schach zu halten. Das Land wirft der Hamas vor, die Proteste zu inszenieren und als Vorwand für Angriffe zu nutzen.

mho/AFP



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